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Abarth 208 A: italienischer Oldtimer mit amerikanischer Geschichte!

Lesezeit 3 Min.

Abarth 208 A: italienischer Oldtimer mit amerikanischer Geschichte!

Im Laufe der 1950er-Jahre war Carlo Abarth heiß darauf, seinen Fußabdruck in der boomenden Autoindustrie zu hinterlassen, ähnlich wie Ferrari es tat. Seine Strategie setzte allerdings nicht auf leistungsstarke V12-Motoren, sondern auf einzigartiges Design. In Zusammenarbeit mit Felice Mario Boano entwickelte Abarth zwei Fahrzeuge, den Spyder 208 A und das Coupé 209 A, deren Designs stark von den amerikanischen „Dream Cars“ der damaligen Ära beeinflusst waren. Die Autos debütierten laut unseren Informationen im Jahr 1954 oder 55 auf der Motor Show in Turin, doch der erhoffte Erfolg blieb zunächst aus. Als Antwort darauf wurde eine limitierte Rennversion, der 207 A, mit nur zehn gebauten Autos nachgelegt.

Abarth 208 A

Ein Faktor für den späteren Erfolg war Tony Pompeo, ein Importeur in New York. Pompeo gelang es, mehrere der Rennwagen an hochkarätige Persönlichkeiten wie Franklin Delano Roosevelt Jr. zu verkaufen und auch die gesamte Auflage des 207 A an wohlhabende Kunden wie die DuPont-Brüder zu vermitteln. Der hier vorgestellte 208 A fand über diesen Weg in die Hände der DuPonts und wurde später an Bill Hale weitergegeben, einen ehemaligen Flugzeug-Mechaniker der Familie. Bill Hale besaß den Abarth über 40 Jahre lang, pflegte ihn und hielt ihn weitestgehend aus der Öffentlichkeit raus. 2007 kaufte der Sammler Elad Sharga den Wagen und plante eine umfassende Restaurierung, die letztlich aber größtenteils unnötig war.

das Fahrzeug wird gerade verkauft

Der nächste Besitzer sorgte dann für eine neue Lackierung in den originalen Farben. Trotz der Veränderungen blieb der Wagen meist ungenutzt, und es wird angenommen, dass die geringe Laufleistung von etwas mehr als 36.000 Kilometern echt ist. Die aufgepeppten Fiat-Motoren sollen nach der Abarth-Überarbeitung bis zu 70 PS gebracht haben, was auf ein fetziges Fahrerlebnis hindeutet. Derzeit steht der Abarth 208 A über „Private Sales“ von RM Sotheby’s zum Verkauf, allerdings ohne öffentliche Preisangabe. Ein seltenes Stück Automobilgeschichte sucht also seinen nächsten Besitzer und liefert dabei nicht nur eine faszinierende Geschichte, sondern auch eine unvergleichliche Optik und möglicherweise erhebliches Sammlerpotenzial.

Abarth 208 A: italienischer Oldtimer mit amerikanischer Geschichte!

Details zum Abarth 208 A:

  • Modell: Abarth 208 A Spyder (Design von 1955)
  • Designer: Giovanni Michelotti für Boano
  • Stilrichtung: „Transatlantico“ mit zweifarbiger Lackierung und Flossen am Heck
  • Basisfahrzeug: Fiat 1100 Fahrgestell
  • Motor: Fiat-Vierzylinder, von Abarth getunt
  • Hubraum: 1.089 ccm
  • Motorleistung nach Tuning: ca. 66 PS (49 kW / 67 PS)
  • Standardleistung des Motors: 34 PS (26 kW / 36 PS)
  • Besonderheiten der Motoranpassung: Doppel-Weber-Vergaser und speziell angefertigter Krümmer
  • Erste Besitzer: Du Pont Brüder, Erben des Du Pont Chemiekonzerns und Rennfahrer
  • Historie: In den 1950er-Jahren möglicherweise in Rennen gefahren, später an Bill Hale weitergegeben
  • Aktueller Besitzer: Seit einigen Jahren in Besitz, Fahrzeug wurde zurück nach Italien geschickt für Neulackierung
  • Kosten der Neulackierung: Über 30.000 € (ca. 32.200 US-Dollar)
  • Standort des Fahrzeugs: Zulassung in Griechenland, Verkauf aus Monaco
  • Verkauf: Privatverkauf über RM Sotheby’s, Preis nicht öffentlich bekannt
  • Zustand: Trotz Alter in exzellentem Zustand, Originalität weitgehend erhalten

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Bildnachweis / Quelle: RM Sotheby’s
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Über Thomas Wachsmuth

Thomas Wachsmuth - Seit 2013 ist er ein integraler Bestandteil von tuningblog.eu. Seine Leidenschaft für Autos ist so intensiv, dass er jeden verfügbaren Cent darin investiert. Während er von einem BMW E31 850CSI und einem Hennessey 6x6 Ford F-150 träumt, fährt er aktuell einen eher unauffälligen BMW 540i (G31/LCI). Seine Sammlung an Büchern, Heften und Prospekten zum Thema Autotuning hat mittlerweile solche Ausmaße erreicht, dass er selbst zu einem wandelnden Nachschlagewerk der Tuningszene geworden ist.  Mehr über Thomas

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