Dienstag , 15. Juni 2021
Tipps

Illegales Tuning am E-Bike und was für Strafen drohen!

Lesezeit ca. 6 Minuten

Mit dem folgenden Rechner können Bußgelder zu Delikten, die mit dem Fahrrad begangen wurden, berechnet werden!

Quelle: bussgeldrechner.org

Möchte man ein E-Bike Tunen, so erfordert das nicht viel handwerkliches Geschick, damit der Motor das E-Bike auch über 25 km/h noch anfeuert. Aber, gerade da das Tuning von E-Bikes so einfach ist, achtet verstärkt auch die Polizei auf Verstöße. Was die Folgen von einem solchen unerlaubten Tuning am E-Bike sein können, das zeigt der folgende Fall von einem Nutzer, der mit seinem getunten E-Bike von der Polizei erwischt wurde. Doch bevor wir näher auf den Fall eingehen, noch ein Wort zum Tuning. Wer sich fragt, wie man ein E-Bike tunen kann, so ist das mittels Software möglich. Durch die Manipulation der Software, was einfach mittels eines Chips möglich ist wie man es auch bei Rollern oder beim Auto kennt, funktioniert auch bei einem E-Bike. Für diesen Zweck gibt es sogar entsprechende Tuning-Kits für das E-Bike ab 50 Euro aufwärts im Netz.

illegales Tuning am E-Bike

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Doch kommen wir zurück zum angesprochenen Fall. Das fragliche E-Bike, das getunt wurde, wurde von einem Ehepaar gemeinschaftlich genutzt. Vom Mann wurde es allerdings getunt. Warum? Das Ehepaar gab an, Sie seien nicht mehr die Jüngsten und wünschten sich darüber hinaus eine Motor-Unterstützung auch oberhalb der üblichen 25 km/h. Und um das zu erreichen wurde ein Chip verbaut. Dadurch wurde das Signal der Tachonadel halbiert, was letztlich zur Leistungssteigerung um 50 Prozent geführt hat und den Antrieb auch oberhalb 25 km/h nutzbar machte. Fortan war das Ehepaar mit schnellen 50 km/h unterwegs.

E-Bikes schon länger im Visier der Polizei

Das die Polizei auch Fahrer von E-Bikes kontrollieren, musste der Ehemann später erfahren. Was er nicht nachvollziehen konnte, schließlich sei er zum einen nicht schnell gefahren mit seinem E-Bike, auch sei er mit keinem Auto unterwegs gewesen. Laut Besitzer hat einer der Polizisten in der Kontrolle geäußert, dass man ihn bewusst wegen dem E-Bike kontrolliert hat. Da, gerade bei Menschen in einer höheren Altersgruppe, oftmals manipulierte E-Bikes genutzt werden. Und das diese Vermutung der Polizei nicht falsch ist, das hat sich auch in diesem Fall bestätigt. So wurde das E-Bike sichergestellt und einer Untersuchung von einem Sachverständigen unterzogen. Dieser konnte zweifellos das unerlaubte Tuning feststellen und sicherte hierbei auch Beweismittel, wie den Chip aus dem Tacho vom E-Bike. Die Kosten für den Sachverständigen in Höhe von 800 Euro muss der Verursacher in der Regel bezahlen. Zudem wirft die Staatsanwaltschaft dem Ehemann verschiedene Straftaten im Zusammenhang mit seinem E-Bike vor.

Und was war die Strafe für das Ehepaar?

Gegenüber der Staatsanwaltschaft zeigte der Fahrer Reue und zur Vermeidung von einem Strafprozess, einigte man sich auf eine Strafe in Höhe von 500 Euro. Durch die Einigung mit der Staatsanwaltschaft konnte sich der Fahrer zum einen die Gerichtskosten, aber auch die Kosten für den Sachverständigen sparen. Eine Einigung mit der Staatsanwaltschaft war letztlich aber nur möglich, weil der Fahrer in den Jahren zuvor nicht negativ aufgefallen ist. Wäre das anders gewesen, hätte er mit Kosten von bis zu 2.000 Euro rechnen müssen. Der Chip ist jetzt natürlich aus dem E-Bike entfernt!

Einfaches E-Bike Tuning ist kein Problem!

Der Kauf von einem Tuning-Kit für ein E-Bike aus dem Internet ist grundsätzlich legal. Auch der Einbau ist legal, vorausgesetzt das E-Bike wird im Anschluss nicht im öffentlichen Verkehrsraum bewegt. Das ist nämlich verboten. Der Hintergrund vom Verbot ist die Geschwindigkeit, die durch das Tuning beim E-Bike erreicht werden kann. Durch die Geschwindigkeit verliert das E-Bike seine Einstufung als Fahrrad und wird zu einem Kraftfahrzeug. Und gerade die Einstufung als Kraftfahrzeug hat mehrere rechtliche Folgen. Zum einen entsteht dadurch eine Versicherungspflicht, aber auch das Fahrzeug muss für den Betrieb im Straßenverkehr zugelassen sein. Ausgeschlossen ist das nicht, beispielhaft sind hier S-Pedelecs, sogenannte Speed-Pedelec zu nennen. Diese kommen auch ohne ein Tuning auf eine Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometer in der Stunde.

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S-Pedelecs gelten daher auch nicht als Fahrrad, sondern als Kleinkrafträder und unterliegen einem Versicherungsschutz. Zudem unterliegt der Fahrer einer Helmpflicht und er muss über einen Führerschein der Klasse AM verfügen. Und diese Anforderungen sind wohl auch ein wesentlicher Grund, warum E-Bikes gerne getunt werden. Ein E-Bike mit einem Chiptuning erfüllt die rechtlichen Voraussetzungen nicht, daher handelt es sich aufgrund vom Fehlen einer KFZ-Haftpflichtversicherung auch um ein Vergehen nach dem Pflichtversicherungsgesetz.

Die Konsequenzen vom unerlaubten Tuning

Eine Manipulation an einem E-Bike zu erkennen, ist nicht besonders schwer. Neben dem Beweis von einem Chip, können Sachverständige, aber auch Hersteller, leicht Verstöße zum Beispiel anhand der Ladezyklen erkennen oder am Kilometerstand. Gerade durch die höhere Geschwindigkeit hat man beim getunten E-Bike einen höheren Akkuverbrauch. Neben den Änderungen an der Software im Rahmen vom Tuning, kommt es teilweise auch zu unerlaubten Anbauten, wie von einem Gasgriff. Passiert ein schwerer Unfall mit einem solchen E-Bike, dann wird in der Regel das Bike sichergestellt und von einem Sachverständigen geprüft. Wenn sich ein unerlaubtes Tuning bestätigt, dann haftet keine Versicherung. Vielmehr müssen dann die Unfallfolgen vom Fahrer selbst getragen werden. Weiter muss der Fahrer mit einem Bußgeld und den Reparaturkosten für den gegnerischen Unfallschaden rechnen. Abseits davon gibt es auch noch die strafrechtliche Seite, bei der wegen dem Fahren ohne Versicherungsschutz in schweren Fällen auch Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr möglich sind.

E Bike Tuning Unfall Illegales Tuning am E Bike und was für Strafen drohen!

Man riskiert seinen Versicherungsschutz!

Dass man mit dem Wegfall vom Haftpflicht-Versicherungsschutz rechnen muss, das wurde gerade klar. Doch die Folgen von einem getunten E-Bike sind wesentlich weitreichender und umfassen auch die Krankenversicherung. Gerade, wenn ein Fahrer von einem getunten E-Bike sich verletzt und behandelt werden muss, so kann hier kein Krankenversicherungsschutz bestehen. Das bedeutet, man hat keinen Anspruch auf Leistungen seiner Krankenversicherung. Möglich ist das durch den Paragrafen 52 vom fünften Sozialgesetzbuch. Nach diesem Paragrafen kann bei vorsätzlichem Handeln der Versicherungsnehmer an den Kosten beteiligt werden. Wurde bereits Krankengeld bezahlt, so kann dieses von der Krankenkasse teilweise oder sogar ganz zurückgefordert werden.

Garantie und Verschleiß beim E-Bike

Was man auch bei einem getunten E-Bike berücksichtigen sollte, ist die Garantie und der Verschleiß. Schließlich wird das E-Bike durch das Tuning mit einer höheren Geschwindigkeit bewegt. Dadurch kann es auch schneller zu einem Verschleiß von einzelnen Bestandteilen vom E-Bike kommen. Dieser Verschleiß wirkt sich nicht nur finanziell aus, sondern auch auf die Verkehrssicherheit. Auch mit der Garantie vom Hersteller wird man in der Regel Probleme bekommen. Schließlich hat man hier durch das Tuning einen Mangel eventuell selbst verschuldet. Letztlich kann man festhalten, ein getuntes E-Bike ist ein Risiko in jeder Hinsicht. Man riskiert bei Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr nicht nur Strafen, sondern setzt sich auch finanziellen Risiken aus.

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Das war’s natürlich längst noch nicht gewesen!

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