Motorrad-Tuning: Optik & Leistungssteigerung am Zweirad!

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BMW Motorrad SoulFuel Bike 61

Spätestens in den letzten Jahrzehnten ist das Tuning in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen, auch weil es sich so rasant entwickelt hat. Da es viele Gestaltungsmöglichkeiten gibt, ist es kein Wunder, dass es immer mehr Spezialisten auf einzelne Fahrzeugklassen und auf einzelne Bereiche des Tunings gibt. Und nicht erst seit der amerikanischen Serie „American Choppers“, haben sich viele Tuner neben dem Umbau von Vans, Pickups, Autos bis hin zu Lastkraftwagen, auch auf das Tuning von Motorrädern spezialisiert. Verglichen mit Autos und den anderen größeren Fahrzeugklassen bieten die Krafträder zwar weniger Raum, trotzdem ist im Bereich des Tunings so einiges möglich. Der folgende Tuning-Ratgeber für Motorräder zeigt auf, was Sie beim DIY-Tuning oder beim umbauen „lassen“ von Motorrädern beachten müssen, was alles erlaubt ist und ob Sie mit dem Kraftrad nach jeder Änderung immer direkt auch zur Prüforganisation müssen.

Motortuning beim Motorrad – Wie?

Äußerst beliebt ist auch hier das Chiptuning. Die Software vom Motor kann dadurch angepasst werden, was die Steigerung der Leistung nach sich zieht. Und kann ein Sportauspuff verbaut werden? Ja! Aber er muss in der Regel einen dB-Killer besitzen, sonst entspricht er nicht den Regelungen der Verkehrs-Zulassungs-Ordnung, kurz StVZO. Darf ein schmalerer Lenker verbaut werden? Ja, er muss nur immer noch genügend Grifffläche bieten. Sonst wird das Risiko eines Unfalls durch das Tuning erhöht.

Motorrad Schwarze Sitzbank 4

Wie steigere ich die Leistung des Motorrads?

Besonders steht bei Tunern die Leistungsfähigkeit vom Zweirad an erster Stelle. Zweiräder und Motorräder können durch verschiedene Maßnahmen eine höhere Fahrleistung erreichen. Die Optik kommt meist erst an nächster Stelle. Aber wie kann das Motorrad so getunt werden, dass es leistungsfähiger ist? Motorräder gleichen – wie andere Fahrzeuge auch – immer mehr fahrenden Computern. Die Motorleistung wird über die Bordelektronik gesteuert und funktioniert mit jeder Menge Software. Eine signifikante Erhöhung der Leistungsfähigkeit erreicht man – wie auch beim Auto – durch die Anpassung und Veränderung der Software. Normalerweise nutzt man auch hier ein Chiptuning: Die Voreinstellungen des Motorrads werden optimiert, in dem es an einen externen PC angeschlossen wird oder mit einem eigenen kleinen Steuergerät ausgestattet wird.

Info: Egal, ob am Motorrad, am Lkw oder am Auto, ein Chiptuning sollte nur von Profis durchgeführt werden, denn es ist notwendig, dass man über gewisse Vorkenntnisse verfügt. Bei Fehlern wird schnell das ganze Kfz lahmgelegt und es droht ein Motorschaden.

Eine Leistungssteigerung des Motorradmotors von bis zu 50 Prozent kann aufgrund der individuellen Anpassung der Einspritzmenge, der Änderung vom Drehmoment und einer Verkürzung der Zündphase ermöglicht werden. Auch der Einbau von einem anderen Ritzel ist eine beliebte Methode. Generell sollten solche Versprechen aber mit Vorsicht genossen werden: Im Normalfall wurde die Software von den Herstellern nämlich schon an die Hardware optimal angepasst, sodass im Grunde genommen noch weitere hardwareseitige Veränderungen neben dem Chiptuning erfolgen müssten, um tatsächlich die Leistung zu erhöhen.

Tuning vom Auspuff des Motorrads

Diverse Umbauten des Auspuffs können auch eine Leistungssteigerung beim Motorrad-Tuning bringen. Eine besonders hohe Stellung hat hierbei der Sportauspuff. Die Leistung des Motors soll durch einen größeren Luftsog und einen geringeren Widerstand im Auspuffrohr erhöht werden. Nicht alles was gefällt, ist aber erlaubt, deshalb ist bei einem Sportauspuff höchste Vorsicht geboten. Besonders wegen seines Sounds lockt der Sportauspuff viele Tuning-Fans an. Um aber den Lärmbestimmungen des StVZO zu entsprechen, wird der Sound mit einem sogenannten dB-Killer reduziert. Sollten Sie den dB-Killer herausschrauben, um einen ungedämpften Sound zu erhalten, drohen eine Nutzungsuntersagung und hohe Bußgelder. Die Ohren des Polizisten reichen für einen Anfangsverdacht aus und mit einem Dezibel-Messgerät wird dann der genaue Wert bestimmt.

Motorrad Sportauspuffanlage E1649137991960

Muss der neu installierte Auspuff eingetragen werden?

Ja. In der Regel ist einem neuen Auspuff ein Teilegutachten beigefügt. Dieses Gutachten muss bei einer staatlich anerkannten Prüforganisation oder dem TÜV vorgelegt werden. Spricht nichts gegen die erfolgte Änderung am Motorrad, so können Sie diese mit der Prüfungsbescheinigung und dem Teilegutachten in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) eintragen lassen.

Egal, ob das Tuning am gewünschten Kfz generell zulässig ist, spielt es keine Rolle, wenn die Veränderungen nicht eingetragen sind. Dadurch kann die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug trotzdem erlöschen.

Entdrosseln des Motorrads!

Um die mögliche Leistung des Kraftfahrzeugs an die jeweiligen Gesetze und Bestimmungen des Landes anzupassen, bauen viele Hersteller eine Drosselung ein. Um die Leistung des Kraftrads zu erhöhen, kann diese Drosselung beim Tuning angepasst oder auch entfernt werden. Mit ähnlichen bauliche Veränderungen, wie dem Entdrosseln eines Motorrollers, können sie die Leistung des Motorrads erhöhen. Aber natürlich nur dann, wenn auch eine entsprechende Drosselung vorhanden ist. Die Möglichkeiten sind:

  • die Drosselung am Gasschieberanschlag entfernen
  • die Luftfilterdrosselung überbrücken
  • die Entfernung oder der Austausch der Distanzringe
  • die Auspuffdrosselung entfernen
  • die Drosselung am Ansaugstutzen entfernen
  • die Vergaserdrosselung ausbauen
  • die Drosselscheiben entfernen

Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Alle Veränderungen müssen durch den TÜV genehmigt und eingetragen werden. Am besten erkundigen Sie sich vor dem Motorrad-Tuning bei der DEKRA, beim TÜV oder bei einer seriösen Tuningwerkstatt, bezüglich der Zulässigkeit und der Möglichkeiten.

Design statt Leistung: das optische Tuning beim Motorrad!

Die Leistung des Motorrads ist nicht für jeden das Wichtigste. Beim Motorrad-Tuning geht es auch um die Optik des Gefährts. Die Wünsche der Tuning-Fans sind, wie auch bei anderen Fahrzeugklassen, nahezu grenzenlos erfüllbar. Nicht nur beim Auto, sondern auch beim Motorrad, besteht etwa die Möglichkeit der Veränderungen am Fahrwerk. Beim Motorrad gibt es allerdings räumliche Grenzen, wenn es darum geht, es höher oder tiefer zu legen. Meist sind aufgrund des geringen Spielraums zwischen Straße und Karosserie, nur eine minimale Veränderung am Fahrwerk möglich. Durch Veränderungen an den Radaufhängungen ist die Höher- oder Tieferlegung des Kfz in vielen Fällen aber dennoch möglich. Mit Veränderungen an den Radaufhängungen, dem Einbau von Tieferlegungsfedern bis hin zum Austausch des kompletten Fahrwerks gegen ein Sportfahrwerk, gibt es beim Motorrad-Tuning ebenfalls einen gewissen Spielraum. Sogar Airride-Luftfahrwerke kann man in einigen Fällen verbauen. Aber schon allein wegen sicherheitsrelevanten Dingen bleibt der Effekt insgesamt eher gering. Und zu tief herabgesetzte Karosserien können besonders in Kurvenlagen aufsetzen und somit zu schweren Verkehrsunfällen führen.

Scheinwerfer, Spiegel und Co. – ästhetische Umbauten beim Tuning vom Motorrad

Motorrad-Tuner können sich auf einem großen Feld austoben, wenn es um die Optik vom Bike geht. Egal, ob Austausch der Halogenscheinwerfer gegen Xenon- / LED-Leuchten, eine Umlackierung/Folierung oder Designveränderungen der Tachoanzeige sowie der Wechsel der Rückspiegel: Vieles dürfen Sie machen, doch stets muss die StVZO eingehalten werden. Das heißt etwa, dass die korrekten Maße beim Umbau vom Heck eingehalten werden müssen. Ebenso müssen die richtigen Winkel und Abstände vom Kennzeichen beachtet werden. Die Spiegelflächen nachgerüsteter Rückspiegel müssen zudem groß genug sein. Wenn Sie Xenon oder LED-Scheinwerfer statt normaler Halogenleuchten verbauen wollen, dann müssen Sie bedenken, dass eventuell auch weitere Umbauten nötig sind. Zudem sind Xenonlicht Nachrüst-Bausätze für Scheinwerfer mit Gasentladungslampen („Xenonlicht”) bei Motorrädern bisher in der Regel unzulässig.

Xenon Motorrad Einbau Umbau Scheinwerfer Illegal E1649138571479

Besonders Xenon Brenner in konventionellen Scheinwerfern (für Glühlampen) sind unzulässig. Der Grund ist simpel: Wie Autos müssten auch Motorräder eine automatische Leuchtweitenregulierung, eine Scheinwerferreinigungsanlage sowie ein System, dass das ständige Aktivieren vom Abblendlicht auch bei Fernlicht sicherstellt, verbaut haben. Und beim beliebten Lenkerumbau ist zu beachten, dass noch genügend Grifffläche vorhanden ist, denn wenn nach dem Umbau der Lenker zu schmal ist, kann keine ausreichende Grifffläche gewährleistet werden. Das wiederum bedeutet ein erhöhtes Risiko für einen Unfall und neben der Gefahr für einen selbst, auch eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer.

Mit dem Motorrad nach dem Umbau ab zum TÜV

Bei den meisten Tuning-Maßnahmen am Motorrad ist es ratsam, das Bike vom TÜV überprüfen zu lassen. Wenn es um Lenker, Scheinwerfer und anderen erworbenen Teile geht, reicht zwar im Regelfall die allgemeine Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile (ABE), doch wenn es um Veränderungen im Leistungsbereich des Motorrads geht, ist eine Prüfung des Tunings auf jeden Fall notwendig. Die Änderungen müssen nach dem Tuning, trotz Teilegutachten, abgenommen werden. Nur die Prüfung des Motorrads reicht nicht aus! Wenn Sie vom TÜV ein positives Ergebnis vom Test erhalten haben, müssen Sie die Änderungen noch im Fahrzeugschein bei der zuständigen Behörde eintragen lassen. Es genügt nicht, die Prüfungsbescheinigung oder das Teilegutachten mitzuführen.

Motorrad-Tuning: Bußgeldtabelle

VerstoßStrafePunkte
Lärm- und/oder Abgasbelästigung10 Euro
Motorrad ohne gültige Betriebserlaubnis geführt50 Euro
… Umwelt beeinträchtigt90 Euro
… Verkehrssicherheit beeinträchtigt90 Euro1
Verstoß gegen die zulässigen Fahrzeugabmessungen60 Euro1

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2 Kommentare

  1. Wieso soll ich einen Sportauspuff, wie oben beschrieben, der z.B. eine EG Betriebserlaubnis hat, also für das Modell ist, eintragen lassen? Stimmt doch gar nicht. Hab ich in Ihrem Bericht was falsch verstanden?

    • Hallo,

      wenn er ein „Teilegutachten“ besitzt, dann muss er von einem Prüfer abgenommen werden. Ist eine ABE oder EG-Genehmigung dabei, dann ist keine zusätzliche Abnahme erforderlich.

      VG Tom

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