Montag , 19. Februar 2024
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Rost auf verchromten Teilen entfernen? So gehts!

Lesezeit 6 Min.

Rost auf verchromten Teilen entfernen? So gehts!

Verchromte Bauteile begegnen uns an vielen Alltagsgegenständen, sei es am Auto, dem Fahrrad oder am Motorrad. Metallteile werden verchromt, um eine schön glänzende Oberfläche zu erzeugen, aber auch um diese vor Korrosion zu schützen. Wenn jedoch Rostflecken auf dem Chrom entstehen, dann liegt es am Metall darunter. Ist die verchromte Oberfläche beschädigt, kommt das darunterliegende Material zum Vorschein, diese Stellen sind aber ungeschützt und fangen an zu oxidieren, sobald sie mit Nässe in Kontakt kommen. Zuerst kommt an die beschädigten Stellen Feuchtigkeit unter die Chromschicht und mit dem entstehendem Rost bilden sich dann kleine Blasen unter dem Chrom. Früh erkannt und bei regelmäßiger Pflege, sind diese Rostspuren jedoch erstaunlich einfach und mit bloßer Muskelkraft zu entfernen.

vor dem Entrosten / Chromteile reinigen

Rost auf verchromten Teilen entfernen? So gehts!

Bevor man sich auf die Roststellen konzentriert, sollten die Chromflächen gründlich von Dreck, Ablagerungen und Sand gesäubert werden. Das geschieht bestenfalls mit warmem Seifenwasser, auch mit etwas Diesel, Bremsflüssigkeit oder einem Autoreinigungsmittel ist es möglich. Auf lackierte Oberflächen sollte man dabei aber achtgeben. Besonders schmutzige oder rostige Oberflächen kann man auch mit Essig oder anderen leichten Säure reinigen.

mit Alufolie Rost entfernen

Eine kostengünstige und einfache Art, Rost zu entfernen, ist handelsübliche Alufolie. Beim Abreiben der Roststellen regiert das Aluminium chemisch mit dem Rost, was die Arbeit erleichtert. Außerdem ist Aluminium ein weiches Material, welches die Chromschicht und das darunterliegende Material nicht zerkratzt. Man kann die Alufolie auch vorher ins Wasser tauchen, mit Salzwasser kann es aber noch etwas besser funktionieren, da die darin enthaltenen Salze und Elektrolyte den chemischen Prozess beschleunigen. Die Alufolie kann auch in kleine Stücke gerissen werden um damit bequem an schwierige Stellen zu gelangen. Beim Reiben auf den Roststellen sollte jedoch nicht zu stark aufgedrückt werden. Besser langsam reiben und dabei nicht nur hin und her, sondern auch kreisförmige Bewegungen machen. Zwischendurch die Folie immer wieder ins Wasser tauchen, damit sie nicht trocken wird. Und gelegentlich den Roststaub entfernen, wenn er zu dick wird.

Rost auf verchromten Teilen entfernen? So gehts!

Dann sieht man auch den verbleibenden Rost besser. Bei unebenen Oberflächen empfiehlt es sich zudem, die Alufolie vorher zusammenzuknüllen, mit den entstehenden kleinen Ecken und Kanten lassen sich tiefergehende Stellen besser erreichen. Wenn die Roststellen erfolgreich entfernt sind, spült man die Teile gründlich ab und trocknet sie mit einem Tuch oder einem Föhn. Wasserflecken entstehen schnell auf verchromten Oberflächen, und das erzeugt weiteren Rost. Deshalb, gründlich trocknen. Zum Schluss sollte noch eine Schicht Autopolitur oder Autowachs aufgetragen werden, damit die Oberfläche wieder ausreichend gegen Nässe geschützt ist.

mit Säure gegen Rost vorgehen

Auch hier sollte man das Fahrzeug / das Bauteil vorher mit Autoreiniger gründlich säubern. Wenn der Rost noch nicht so stark ist und noch keine schweren Verkrustungen gebildet hat, lässt er sich oftmals leicht mit milden haushaltsüblichen Säuren entfernen. Dazu zählen etwa Essig, Limettensaft, Zitronensaft und Essigessenz mit 25 % Säuregehalt. Aber auch Cola (bestenfalls Cola Light) ist gut geeignet, da sie Phosphorsäure enthält. Mit den milden Säuren kann man den Rost gut entfernen ohne dabei den Chrom, oder das darunterliegende Material anzugreifen. Achtung: Die Säuren wirken erst nach einer gewissen Zeit, darum empfiehlt es sich, die Gegenstände oder Oberflächen erst eine Weile einzuweichen, bevor man mit dem Putzen beginnt.

Ideal ist eine Zeit von 15 Minuten. Für die Rostentfernung eignet sich in diesem Fall, am besten ein grober Schwamm oder eine Wurzelbürste. Ein Scheuerschwamm, wie er als Topfreiniger verwendet wird, sollte eher nicht benutzt werden, da er die Chromoberfläche zerkratzen kann. Zum Schluss sollte man auch diesmal wieder alles gründlich abspülen, abtrocknen und etwas Wachs auftragen, um neuen Rosten zu verhindern.

Tipp: Wenn die Haushaltssäuren nicht wirken, versuche es mit Phosphorsäure. Achte aber entstehende Dämpfe und eine gute Durchlüftung!

Ölhaltige Rostentferner, die günstige Alternative

Auch hier sollte man das Fahrzeug / das Bauteil vorher mit Autoreiniger gründlich säubern. Für eine Rostbehandlung gibt es eine ganze Reihe von Chrompolituren. Aber auch günstigere ölhaltige Mittel eignen sich gut zur Rostentfernung. Da wären etwa ein leichtes Kriechöl wie WD40 und Caramba, aber auch Dieseltreibstoff oder Bremsflüssigkeit können wahre Wunder bewirken. Allerdings sorgt ein Qualitätsprodukt oftmals für einen einfacheren und schnelleren Arbeitsprozess. Es ist aber auch die teuerste Möglichkeit!

Rost auf verchromten Teilen entfernen? So gehts!

Vom Rost befallene Chromteile reparieren und erhalten

  • nutze Chrompolitur oder Kriechöl wie Caramba oder WD40
  • Chrom mit Seifenwasser säubern. Schmutz und Ablagerungen entfernen. Notfalls reinige die Oberfläche mit Essig.
  • Öl oder Chrompolitur auf die Roststellen auftragen. Reinigungssubstanz auf die betroffenen Stellen aufbringen und alles damit bedecken, um ein Zerkratzen zu vermeiden.
  • Öl oder Chrompolitur. Weiche Messingwolle oder eine Messingwollbürste eignen sich zum Bearbeiten, da sie kaum Kratzer hinterlassen. Notfalls kann feinste Stahlwolle (z.B. Nr. 0000) mit viel Chrompolitur und wenig Druck genutzt werden.
  • Wolle über die Roststellen reiben. Arbeite in kreisenden Bewegungen. Achte auf eine feuchte Oberfläche. Arbeite ohne Druck. Nutze stets genug Öl oder Chrompolitur.
  • Stelle mit sauberem Wasser reinigen. Die Metallpolitur und der alte Rost müssen mit Wasser abgespült werden.
  • Weitere Roststellen? Ist die Oberfläche noch nicht komplett ohne Rost, verwende mehr Chrompolitur, und wiederhole die Arbeitsschritte.
  • Chrom trocknen lassen. Wasserflecken sieht man schnell auf verchromten Oberflächen. Deshalb muss der Chrom vollständig trocknen. Trage dann eine Schicht Politur oder Wachs auf, um neuen Rost zu vermeiden.

Silberfarbe ersetzt verchromte Stellen

  • Oberfläche trocknen und polieren. Sind es nur winzig kleine Punkte, trockne die Oberfläche nach dem Reinigen mit einem Handtuch. Vielleicht reicht das schon, um das Aussehen zu verbessern.
  • Metall mit Politur oder Wachs schützen. Nutze Politur oder Wachs und trage es auf das Chrom auf, um weitere Schäden zu vermeiden. Nutze ein geeignetes Produkt wie Autowachs für verchromte Bauteile. Wachs auftragen, einreiben und trocknen lassen. Danach noch eine zweite Schicht auftragen und polieren.
  • Notfalls nutze einen Silber oder Chromlack aus der Dose. Das sieht zwar sicherlich nicht aus, wie das Original, als Notlösung könnte es aber funktionieren. Achte aber auf die Vorarbeit und die Verarbeitung vom Lackspray und vorher musst du den Chrom an der beschädigten Stelle komplett entfernen.
  • Neu Verchromen. Die teuerste Option für besonders schlimme Roststellen. Eine Autowerkstatt hilft dir weiter. Auch zu Hause kann man Verchromungen durchführen, besonders wenn das Bauteil klein ist.

Den Gegenstand neu Verchromen lassen!

An Teilen, wo der Rost Großflächig auftritt und der Chrom schon vollkommen abgeblättert ist, sollte man gegebenenfalls über größere Instandhaltungsmaßnahmen nachdenken und die Teile oder Gegenstände komplett neu Verchromen lassen. Allerdings ist es dann nötig eine geeignete Werkstatt aufzusuchen, da das Verchromen ein galvanischer Prozess ist, für den eine hohe Fachkenntnisse erforderlich ist. Warnungen: Sandstrahlen oder Schleifen besser unterlassen, da das darunterliegende Metall beschädigt werden kann.

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Das war es natürlich längst noch nicht gewesen!

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Über Thomas Wachsmuth

Thomas Wachsmuth - Seit 2013 ist er ein integraler Bestandteil von tuningblog.eu. Seine Leidenschaft für Autos ist so intensiv, dass er jeden verfügbaren Cent darin investiert. Während er von einem BMW E31 850CSI und einem Hennessey 6x6 Ford F-150 träumt, fährt er aktuell einen eher unauffälligen BMW 540i (G31/LCI). Seine Sammlung an Büchern, Heften und Prospekten zum Thema Autotuning hat mittlerweile solche Ausmaße erreicht, dass er selbst zu einem wandelnden Nachschlagewerk der Tuningszene geworden ist.  Mehr über Thomas

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