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Wärmetauscher defekt oder undicht? Darauf muss man achten!

Lesezeit 5 Min.

Kürzlich aktualisiert am 29. Oktober 2023 um 08:45 Uhr

Wärmetauscher defekt oder undicht? Darauf muss man achten!

Gerade eben haben wir über das Thema „Die Farbe vom Abgas: Das verraten die Auspuffgase!“ berichtet und dabei als unwahrscheinliche (aber nicht völlig unmögliche) Ursache einen defekten Wärmetauscher angesprochen. Doch woran erkennt man einen defekten Wärmetauscher eigentlich? Mehr über die typischen Symptome eines defekten Wärmetauschers, wie der Wechsel funktioniert und welche Kosten anfallen, erfährst Du im folgenden Bericht.

Die Funktionsweise des Wärmetauschers

Der Wärmetauscher ist ein Teil des Kühlwasserkreislaufs des Motors. Das Kühlwasser zirkuliert, nimmt die im Motor entstandene Wärme auf und transportiert sie zum Kühler ab, wo sie dann an die Umgebungsluft abgegeben wird. Damit es im Fahrzeug auch schön warm wird, durchströmt das warme Kühlwasser vom Motor kommend den Wärmetauscher und sorgt dafür, dass die Frischluft für den Innenraum auf die gewünschte Temperatur erwärmt wird. Um die Menge der erwärmten Luft zu regulieren, wird ein Kühlwasserventil oder es werden elektromechanisch gesteuerte Luftklappen verwendet. Im Normalfall ist pro Pkw ein Wärmetauscher verbaut, obwohl bei größeren Fahrzeugen, wie Vans, SUVs oder Kleinbusse auch ein zweiter Wärmetauscher für den Fond verbaut sein kann.

Wie erkenne ich einen defekten Wärmetauscher?

Ein defekter Wärmetauscher im Fahrzeug, äußert sich unter anderem durch folgende Symptome. Bitte beachte, dass nicht alle Symptome gemeinsam auftreten müssen um auf einen Defekt hinzudeuten und auch nicht alle Symptome von uns genannt sind.

  • Überhitzen des Motors aufgrund des Kühlwasserverlustes
  • Luft kommt trotz Entlüftung ins System
  • stinkender Qualm aus dem Auspuff
  • Innenraum wird nicht warm
  • Innenraum wird nicht gleichmäßig warm, es strömt nur aus einem Teil der Lüftungsdüsen warme Luft
  • Kühlwassergeruch im Innenraum (wird oft als süßlich beschrieben)
  • Erhöhte Luftfeuchtigkeit im Innenraum (Scheiben beschlagen von Innen)
  • Kühlwasserpfütze im Innenraum
  • Kühlwasserverlust erkennbar im Ausgleichsbehälter
  • Qualm aus der Lüftung

Da die Reparaturkosten im Falle eines defekten Wärmetauschers sehr hoch ausfallen können, sollte immer auf die Funktionstüchtigkeit der Heizung und den Kühlmittelstand geachtet werden. Lässt die Heizleistung ab und an sporadisch nach, dann sollte man den Wärmetauscher kontrollieren. Um die Heizung zu testen, stellt man diese bei warmem Motor auf höchste Stufe und kontrolliert, ob aus allen Lüftungsdüsen gleichmäßig warme Luft strömt.

Mögliche Ursachen für einen defekten Wärmetauscher

  • Der Wärmetauscher ist durch Kühlerdichtmittel verstopft.
  • Schläuche sind porös und undicht
  • Es wurde falsches Kühlwasser oder ein falscher Kühlwasserzusatz verwendet, was zum Beispiel zu Korrosion geführt hat.

Wärmetauscher defekt oder undicht? Darauf muss man achten!

Achtung Verwechslungsgefahr!

Es kommt darauf an, welche Symptome auftreten. Treten mehrere der weiter oben genannten Anzeichen gleichzeitig auf, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Wärmetauscher wirklich für die Probleme verantwortlich ist. Um aber auf Nummer Sicher zu gehen, sollte eine Druckprobe mit anschließender Sichtprüfung durchgeführt werden. Wird beispielsweise nur der Innenraum nicht warm, kann hierfür auch ein defektes Thermostat, ein defektes Innenraumgebläse oder ein defekter Temperatursensor die Ursache sein. Kommt es zu Kühlwasserverlust, kann dies auch an einem undichten Kühler, einer defekten Wasserpumpe oder einer defekten Zylinderkopfdichtung liegen.

Wärmetauscher defekt oder undicht? Darauf muss man achten!

Kann ich mit defektem Wärmetauscher noch fahren?

Wenn der Verdacht auf einen defekten Wärmetauscher besteht, sollte möglichst zeitnah eine Werkstatt aufgesucht werden. Durch eine Undichtigkeit entsteht ein permanenter Kühlwasserverlust, welcher im schlimmsten Fall zu einem Motorschaden aufgrund von Überhitzung führt. In jedem Fall sollte die Temperatur des Motors während der Fahrt mit einem defekten Wärmetauscher stets beobachtet werden um ein Überhitzen zu vermeiden.

Ist ein defekter Wärmetauscher TÜV relevant?

In der Regel hat ein defekter Wärmetauscher keine direkte Auswirkung auf das Bestehen der Hauptuntersuchung. Sollte durch den Defekt aber auf irgendeine Art und Weise die Verbrennung des Motors beeinträchtigt werden, beispielsweise in Kombination mit einer defekten Zylinderkopfdichtung, dann können sich die Abgaswerte negativ verändern. Damit wird die Abgasuntersuchung nicht bestanden und das Fahrzeug erhält keine neue Plakette.

Austauschen oder Reparieren?

Ob der defekte Wärmetauscher ausgewechselt werden muss oder noch repariert werden kann, hängt ganz vom Zustand des Bauteils ab. Bei einem undichten Wärmetauscher muss dieser in der Regel gegen ein Neuteil oder ein funktionstüchtiges Gebrauchtteil ersetzt werden. Sollte es sich aber nur um einen verstopften Wärmetauscher handeln, kann dieses Problem oft auch mit einfachen Mitteln wie Kühlerreiniger und Druckluft behoben werden.

Wärmetauscher defekt oder undicht? Darauf muss man achten!

Je höher der Arbeitsaufwand für den Aus- und Einbau ist, desto teurer wird es in der Regel auch. Deshalb sollte man genau abwägen, ob man das Bauteil repariert oder gleich gegen ein Neuteil austauscht, um keinen erneuten Wechsel zu riskieren.

Da der Wärmetauscher bei den meisten Fahrzeugen zwischen Motorraum und Innenraum unter dem Armaturenbrett sitzt, ist der Wechsel sehr aufwendig. Zunächst müssen alle Kühlwasseranschlüsse im Motorraum gelöst werden, dann wird das Armaturenbrett ausgebaut. Anschließend kann der Wärmetauscher ersetzt oder repariert werden. Ist alles wieder montiert, muss sichergestellt werden, dass alle ursächlichen Symptome behoben wurden.

Was kostet der Wechsel eines Wärmetauschers?

Die Materialkosten für einen neuen Wärmetauscher von bekannten Ersatzteilherstellern liegen etwa bei 50 bis 250 Euro. Das ist allerdings nur der kleinste Teil an den Gesamtkosten, denn aufgrund des aufwendigen und zeitintensiven Aus- und Einbau, muss mit rund 5 bis 10 Stunden Arbeitszeit je nach Fahrzeug gerechnet werden. Je nach Stundensatz der Werkstatt können dann Arbeitskosten von 500 bis 1000 Euro dazu kommen. Zusammen mit den Materialkosten ist also mit Gesamtkosten von rund 500 bis 1.250 Euro zu rechnen. Aufgrund vom extremen Aufwand raten wir also möglichst den Wärmetauscher gegen ein Neuteil zu ersetzen.

Das war’s natürlich längst noch nicht gewesen!

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Über Thomas Wachsmuth

Thomas Wachsmuth - Seit 2013 ist er ein integraler Bestandteil von tuningblog.eu. Seine Leidenschaft für Autos ist so intensiv, dass er jeden verfügbaren Cent darin investiert. Während er von einem BMW E31 850CSI und einem Hennessey 6x6 Ford F-150 träumt, fährt er aktuell einen eher unauffälligen BMW 540i (G31/LCI). Seine Sammlung an Büchern, Heften und Prospekten zum Thema Autotuning hat mittlerweile solche Ausmaße erreicht, dass er selbst zu einem wandelnden Nachschlagewerk der Tuningszene geworden ist.  Mehr über Thomas

3 Kommentare

  1. Mein Wärmetauscher hat zur Zeit ebenfalls den Geist aufgegeben. Ob er nur verstopft ist oder gänzlich undicht, kann ich jedoch nicht beurteilen. Dies werde ich wohl nur in einer Autowerkstatt herausfinden können. Ich hoffe sehr, dass eine Reparatur noch möglich ist, andernfalls führt eben nun mal kein Weg an einem kompletten Austausch vorbei.

  2. Maria Schwarz

    Gut zu wissen, dass falsches Kühlwasser eine mögliche Ursache für einen defekten Wärmetauscher ist. Letztens habe ich nämlich die falsche Kühlflüssigkeit ins Auto gefüllt und ein paar Tage später stellte ich einen gewissen Kühlwassergeruch im Auto fest. Hoffentlich kann mir eine erfahrene Autowerkstatt weiterhelfen.

  3. Mir gefällt, dass hier die Durchführung der Druckprobe mit anschließender Sichtprüfung erwähnt wird. Mein Wärmetauscher ist ebenfalls defekt und die Sicherheitsprüfung habe ich auch schon durchgeführt. Um das Problem schnell zu lösen, werde ich eine KFZ-Meisterwerkstatt im Umkreis aufsuchen.

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