Sonntag , 19. September 2021
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Zweitakt-Öl im Diesel: Geheimtipp oder doch ein Mythos?

Lesezeit ca. 7 Minuten

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Noch heute schwören viele Diesel-Fahrer älterer Modelle auf den einst beliebten Trick der Taxifahrer: dem Kraftstoff Zweitaktöl zuzumischen. Was sie sich davon versprechen? Einen ruhigeren Motorlauf und eine bessere Verbrennung, aber vor allem eine verbesserte Schmierung der Einspritzanlage. Für einen geringeren Verschleiß an der Dieselpumpe und den Injektoren soll das Zweitaktöl vor allem dann sorgen, wenn es sich um ein Einspritzsystem handelt, dass nicht durch Motoröl, sondern Kraftstoff geschmiert wird. Ein ähnliches Phänomen gab es auch für Ottomotoren: Bis in die 1970er-Jahre hinein wurde häufig Obenöl in den Tank gegeben. Dieses sollte den Tank, die Ventile und Kolben sowie die Vergaserteile vor einem übermäßigen Verschleiß schützen. Obenöl ist aber mittlerweile praktisch vom Markt verschwunden, da es meist für eine Verkokung anstatt für Verschleißschutz sorgte. Trotzdem halten zahlreiche Dieselfahrer am Zeitaktöl fest. Ob es wirklich hilft und ob es auch im modernen Diesel eingesetzt werden kann, erfährst du hier auf tuningblog.

Zweitakt-Öl im Diesel

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  1. Moderner Dieselmotor: kann Zweitakt-Öl verwendet werden?
  2. Rückstände können Partikelfilter angreifen!
  3. Metalle wie Zink sind im Zweitakt-Öl enthalten
  4. Zweitakt-Öl: Warum wird es überhaupt zugegeben?
  5. höhere Schmierfähigkeit
  6. leiserer Motorlauf
  7. bessere Verbrennung
  8. Was ist Zweitaktöl überhaupt?
  9. Fazit: Zweitakt-Öl – Geheimtipp oder Mythos?

Moderner Dieselmotor: kann Zweitakt-Öl verwendet werden?

Die Einspritzanlage moderner Dieselmotoren ist sowohl filigran gearbeitet als auch empfindlich. So können Schäden durch kleine Schmutzpartikel entstehen, die dazu führen, dass die gesamte Einspritzanlage ausgetauscht werden muss. Die Reparaturkosten dafür belaufen sich auf mehreren Tausend Euro. Die Zugabe von Zweitakt-Öl kann dazu beitragen, dass Dreck in den Tank gelangt, was wiederum teure Schäden mit sich bringt. Auch kann das Öl selbst in kleinen Mengen die Dieselpumpe und die Injektoren beschädigen. Während es für eine höhere Schmierfähigkeit sorgt, erhöht es nämlich gleichzeitig die Viskosität. Der Diesel selbst wird dadurch zähflüssiger. Diese Eigenschaft kann zu Problemen führen, sollte der Schmierfilm für einige Millisekunden abreißen. 《zurück

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Rückstände können Partikelfilter angreifen!

Das Beimischen von Zweitakt-Öl stellt nicht nur für moderne Fahrzeuge mit Common-Rail-Einspritzung ein Problem dar. Auch Modelle, die mit einem Dieselpartikelfilter ausgestattet sind, bekommen Probleme mit der Kombination aus Kraftstoff und zugefügtem Zweitakt-Öl. Zwar finden sich Zweitaktöle, die im Katalysator die Edelmetalle nicht angreifen – allerdings bedeutet das keinesfalls, dass sie dem Partikelfilter nicht schaden. Wie auch bei den Injektoren sind es hier die Verbrennungsrückstände, die dem Partikelfilter schaden und ihn schnell unbrauchbar machen können. Deutlich schädlicher hingegen ist die Asche, die während der Verbrennung des Zweitakt-Öls entsteht. Diese, ergänzt mit den Rußpartikeln durch die Dieselverbrennung, setzt dem Partikelfilter mit der Zeit zu. In einem solchen Fall helfen nur noch die Reinigung oder der Austausch des Partikelfilters. 《zurück

Partikelfilter DPF Dieselfilter Tuning Einbau 2 Zweitakt Öl im Diesel: Geheimtipp oder doch ein Mythos?

Metalle wie Zink sind im Zweitakt-Öl enthalten

Für moderne Dieselmotoren sind Rückstände bei der Verbrennung besonders gefährlich. Da es sich hierbei um eine Art Motoröl handelt, bleiben während der Verbrennung zwangsweise andere Rückstände zurück, als es normalerweise beim Dieselkraftstoff der Fall ist. Im Zweitakt-Öl ist beispielsweise Zink enthalten, dessen Verbrennungsrückstände sich wiederum am Injektor ablagern können. Aufgrund der hohen Temperaturen bei der Verbrennung lassen sie sich anschließend nicht mehr so leicht lösen. Je mehr Rückstände sich hier finden, desto schwerer gestaltet sich die Arbeit für die Injektoren bis sie irgendwann ersetzt werden müssen. Das passiert bei älteren Dieselmotoren aber deutlich seltener. 《zurück

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Zweitakt-Öl: Warum wird es überhaupt zugegeben?

Dass das Zweitakt-Öl dem Kraftstoff beigemischt wird, hat unterschiedliche Gründe. Hauptsächlich geht es dabei um die höhere Schmierfähigkeit, die bessere Verbrennung und den leiseren Motorlauf. 《zurück

Höhere Schmierfähigkeit:

Einer der ersten Gründe, aus dem zum Zweitakt-Öl gegriffen wird, ist, dass die Schmierfähigkeit des Dieselkraftstoffes erhöht werden soll. Eine höhere Schmierfähigkeit trägt dazu bei, den Verschleiß von Dieselpumpe und Injektoren einzudämmen. Diese werden bei älteren Modellen oftmals nicht durch das Motoröl geschmiert, sondern mithilfe des Dieselkraftstoffes. Seit vielen Jahrzehnten hält sich das Gerücht, dass moderner Diesel über schlechte Schmiereigenschaften verfügt, hartnäckig.

Motoröl Ratgeber tuningblog.eu  Zweitakt Öl im Diesel: Geheimtipp oder doch ein Mythos?

Die Ursache liegt in der Kraftstoffentwicklung. Vor rund 40 Jahren war im Dieselkraftstoff ein vergleichsweise hoher Anteil an Schwefel enthalten. Dieser kam nach der Verbrennung in Form von Schwefeldioxid aus dem Auspuff. Allerdings ist Schwefeldioxid ein hochgiftiges Gas. Unter anderem sorgt es für sauren Regen, weshalb der Schwefel dem Dieselkraftstoff heutzutage bereits bei der Herstellung entzogen wird. Dieses Vorgehen wird auch als „Hydrodesulfierung“ bezeichnet. Wahr ist: Der Dieselkraftstoff büßt durch diesen Prozess tatsächlich an Schmierfähigkeit ein.

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Allerdings gilt in Europa die Norm DIN-Norm EN 590, die die Beschaffenheit des Dieselkraftstoffes reguliert. Sie beschreibt sämtliche Grundvoraussetzungen einschließlich der Schmierfähigkeit, die vorliegen müssen, damit der Kraftstoff zugelassen wird. Um dabei das geforderte Mindestmaß der Schmierfähigkeit zu erfüllen, wird auf Additive gesetzt, die im Anschluss an die Hydrodesulfierung wieder zugeführt werden. Meist werden die vorgegebenen Mindestgrenzwerte für die Treibstoffe an der Tankstelle sogar übertroffen.

Dennoch führt der Einsatz von Zweitakt-Öl dazu, dass die Schmierfähigkeit etwas erhöht wird. Das liegt daran, dass sie beim Zweitakt-Öl deutlich höher liegt als beim Dieselkraftstoff selbst. Durch diese Eigenschaft wird auch ein ruhigerer Motorlauf erklärt. 《zurück

Leiserer Motorlauf:

Im Zweitakt-Öl vermuten einige Experten den Grund für einen leiseren Motorlauf. Durch das Sinken des Centanwerts wird der Diesel langsamer entzündet. Das Ergebnis ist eine sanftere Entflammung, wodurch der Motorlauf leiser wird. Wieder andere sind der Meinung, dass es stattdessen zu einem Zündverzug kommt. Das bedeutet, der Diesel wird später entflammt, als es eigentlich gewünscht ist. Das würde einerseits einen Leistungsverlust mit sich bringen, andererseits zu lauteren Motorgeräuschen führen. Damit dieser Effekt auftritt, ist allerdings ein deutlich höheres Mischverhältnis als 1:200 notwendig. Trotzdem wird es durch die Zugabe von Zweitakt-Öl zu keinem niedrigeren Verbrauch kommen. 《zurück

Motorlauf unrund laut Zweitakt Öl im Diesel: Geheimtipp oder doch ein Mythos?

Bessere Verbrennung:

Ein weiterer Grund für die Zugabe von Zweitakt-Öl ist die Hoffnung, dass die Verbrennung effektiver wird und somit mehr Leistung bei einem niedrigen Verbrauch zu erwarten ist. Wichtig dabei ist der sogenannte Cetanwert. Dieser gibt die Zündwilligkeit des Diesels an. Das bedeutet, je höher dieser Wert ist, desto besser kann sich das Diesel-Luft-Gemisch im Brennraum entzünden. Durch die Zugabe von Zweitakt-Öl wird der Centanwert aber eher gesenkt. So kann es je nach Mischverhältnis letztlich sogar zu spürbaren Einbußen hinsichtlich der Leistung kommen. 《zurück

Was ist Zweitaktöl überhaupt?

Bei einem Zweitaktöl handelt es sich um ein Motorenöl, das für den Einsatz in Zweitakt-Motoren vorgesehen ist. Denn während der Viertakt-Motor einen eigenen Ölkreislauf hat, der für die Schmierung sämtlicher Bauteile sorgt, werden diese im Zweitakt-Motor stattdessen durch den Kraftstoff geschmiert. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um einen Kraftstoff, der eine Mischung aus Benzin und (Zweitakt-)Öl ist. Das im Kraftstoff enthaltene Öl wird mit verbrannt, was wiederum für die typisch blauen Wolken sorgt, die von Motorrollern oder manchen Oldtimern bekannt sind. Der Trabant P601, der Wartburg 353 und nahezu alle Zweiräder der ehemaligen DDR sind Beispiele für die blauen Wolken.

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Allerdings unterscheiden sich die Zweitakt-Öle. Das liegt daran, dass für die Herstellung von Zweitakt-Ölen unterschiedliche Verfahren eingesetzt werden können. Eine Möglichkeit ist es, das Öl aus Grundölen herzustellen. Diese werden durch Erdöldestillation gewonnen, weshalb von einem „mineralischen“ Zweitakt-Öl gesprochen wird. Die zweite Möglichkeit ist die Herstellung aus synthetischen Grundölen, bei denen von einem „vollsynthetischen“ Zweitakt-Öl gesprochen wird. Auch gibt es eine Mischung aus beiden Varianten, dass wiederum „teilsynthetisches“ Zweitakt-Öl genannt wird. Meist können Zweitakt-Öle mit Motorölen verglichen werden, wobei sie andere Additive einsetzen. Diese dienen beispielsweise dazu, eine Selbstvermischung zwischen Kraftstoff und Öl zu fördern. 《zurück

Fazit: Zweitakt-Öl – Geheimtipp oder Mythos?

Wenn es um das Beimischen von Zweitakt-Öl in den Dieselkraftstoff geht, scheiden sich die Geister. Es ist tatsächlich ein heikles Thema, das nicht hinreichend erforscht ist. Auch Kraftstoffexperten und Diesel-Techniker sind in diesem Fall nicht immer derselben Meinung. Trotzdem weisen die Eigenschaften des Öls darauf hin, dass zumindest die älteren Modelle von ihrem Einsatz profitieren können. Das liegt an der höheren Schmierfähigkeit. Bei einem modernen Diesel hingegen muss mit erheblichen Nachteilen gerechnet werden.

Das Zweitakt-Öl verunreinigten oder selbst gepanschten Diesel besser nutzbar macht, ist hingegen ein Mythos. Denn obwohl das Öl die Schmierfähigkeit ein wenig verbessern kann, trägt es keinesfalls zu einer besseren Zündfähigkeit bei. Statt auf Zweitakt-Öl zu setzen, haben die Besitzer von modernen Diesel Fahrzeugen zwei Alternativen, um die Langlebigkeit der Einspritzanlage zu verbessern: Den Kraftstofffilter regelmäßig zu entwässern oder falls notwendig auszutauschen. 《zurück

Das war’s natürlich längst noch nicht gewesen!

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