Alcolock Alkohol-Wegfahrsperre in Neuwagen: die Infos!

Alcolock – das Wort verursacht bei vielen Neuwagenkäufern direkt Aufregung und Fragen. Das System gehört zu den Assistenzsystemen, die, wie auch die Blackbox, seit dem 7. Juli 2024 in allen Neuwagen, die in der EU zugelassen werden, Pflicht sind. Aber müssen wir nun vor jeder Fahrt ins Röhrchen pusten? Keine Sorge, so weit wird es nicht kommen.

Alcolock Alkohol-Wegfahrsperre

In Europa sind 25 Prozent der Verkehrstoten auf Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Die EU untersucht daher seit Jahren die Effektivität von Alkohol-Wegfahrsperren. Laut Studien der Europäischen Kommission sind die Geräte bei alkoholauffälligen Fahrern zwischen 40 und 95 Prozent effektiver bei der Rückfallprävention als herkömmliche Strafen wie Führerscheinentzug oder Bußgelder.

Wie funktioniert die Alkohol-Wegfahrsperre?

Die Nutzung von Alcolocks soll sicherstellen, dass alkoholauffällige Autofahrer weiterhin ihre Fahrerlaubnis behalten können, jedoch daran gehindert werden, betrunken zu fahren. Im November 2019 wurde in der EU-Verordnung 2019/2144 bestimmt, dass ab dem 6. Juli 2022 nur noch Fahrzeuge mit einer Schnittstelle für Alkohol-Wegfahrsperren genehmigt werden. Zwei Jahre später, seit dem 7. Juli 2024, müssen alle neu zugelassenen Fahrzeuge in der EU mit der Schnittstelle bestückt sein. Das eigentliche Atemalkohol-Kontrollgerät ist jedoch kein Teil der Verordnung.

Gesetzliche Lage in Deutschland

In Deutschland fehlt bislang ein gesetzlicher Rahmen für den verpflichtenden Einsatz von Alcolocks. Es gibt nämlich noch ungeklärte rechtliche Fragen und Bedenken hinsichtlich der Verhältnismäßigkeit der Maßnahme. Laut Grundgesetz muss jede staatliche Maßnahme erforderlich und angemessen sein. Einführungen wie diese erfordern daher eine gründliche Abwägung aller Vor- und Nachteile, insbesondere im Hinblick auf das Eigentumsrecht und die allgemeine Handlungsfreiheit. Ein strikter Antialkoholiker fühlt sich sicher, unserer Meinung nach berechtigterweise, diskriminiert.

Pilotprojekt in Deutschland

Bereits 2011 startete die Bundesanstalt für Straßenwesen ein Pilotprojekt, um die rechtlichen Voraussetzungen für Alcolocks zu prüfen. Personen sollen auf freiwilliger Basis teilnehmen und das System testen. Erste Ergebnisse waren für 2013 geplant, haben sich jedoch verzögert. Anfang 2019 sprach sich der Verkehrsgerichtstag dann für die Einführung von Alcolocks als ergänzende Maßnahme für alkoholauffällige Fahrer aus.

Kritik am Alcolock-System

Es gibt aber auch Bedenken: Die Geräte könnten manipuliert werden, indem etwa eine Luftpumpe verwendet wird oder einfach ein Kumpel ins Röhrchen pustet. Moderne Alcolocks können jedoch Lufttemperatur, -menge, -druck und -feuchtigkeit sowie Vibrationen messen, um Manipulationen zu verhindern. In den USA werden Alcolocks bereits seit 1986 genutzt. Dort variieren die Vorschriften von Staat zu Staat, wobei manche Staaten den Einbau für alle wegen Trunkenheit verurteilten Fahrer vorschreiben, während andere das nur für Wiederholungstäter oder ab einem bestimmten Blutalkoholwert tun.

Fazit

  • Auch in Deutschland könnte eine ähnliche Regelung denkbar sein. Fest steht: In den kommenden Jahren wird nicht jeder Neuwagenbesitzer vor jeder Fahrt ins Röhrchen pusten müssen.

FAQ: Alcolock – Alles über die Alkohol-Wegfahrsperre in Neuwagen

  • Was ist Alcolock? Alcolock ist ein System zur Alkohol-Wegfahrsperre in Neuwagen. Seit dem 7. Juli 2024 wird es in allen neuen Fahrzeugen, die in der EU zugelassen werden, verbaut.
  • Warum wird Alcolock eingeführt? Alkoholmissbrauch ist in Europa für rund 25 Prozent der Verkehrstoten verantwortlich. Studien der EU zeigen, dass Alcolocks bei alkoholauffälligen Fahrern deutlich effektiver sind als herkömmliche Strafen.
  • Muss ich vor jeder Fahrt ins Röhrchen pusten? Nein, so weit kommt es nicht. Die Systeme sollen vor allem bei Fahrern zum Einsatz kommen, die bereits alkoholauffällig geworden sind.
  • Welche Fahrzeuge sind betroffen? Die Verordnung betrifft Pkw, Busse, Transporter und Lkw (EG Fahrzeugklassen M1, M2, M3, N1, N2, N3), die ab dem 7. Juli 2024 in der EU zugelassen werden.
  • Was sagt die EU-Verordnung dazu? Die EU-Verordnung 2019/2144 verlangt, dass alle neuen Fahrzeuge eine Schnittstelle für den Anschluss von Alcolocks haben. Das eigentliche Gerät ist jedoch nicht Bestandteil der Verordnung.
  • Wie sieht die rechtliche Lage in Deutschland aus? In Deutschland fehlt derzeit ein gesetzlicher Rahmen für den verpflichtenden Einsatz von Alcolocks. Es gibt Bedenken hinsichtlich der Verhältnismäßigkeit und der Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz.
  • Gab es Pilotprojekte in Deutschland? Ja, 2011 startete die Bundesanstalt für Straßenwesen ein Pilotprojekt, um die rechtlichen Voraussetzungen zu klären und das System zu testen.
  • Was sagen Kritiker zum Alcolock-System? Kritiker bemängeln, dass die Geräte manipulierbar sind. Es gibt jedoch technische Maßnahmen, um Manipulationen zum Teil zu verhindern.
  • Wird jeder Neuwagenbesitzer das System nutzen müssen? Nein, es wird erwartet, dass nicht jeder Besitzer eines neuen Autos vor jeder Fahrt pusten muss. Das System soll primär für alkoholauffällige Fahrer gelten.

Das war es noch nicht gewesen.

Geplante Gesetzesänderungen, Verstöße im Straßenverkehr, aktuelle Regelungen im Bereich der STVO etc.?Alles dazu findet Ihr in der Kategorie Prüfstellen, Gesetze, Vergehen, Infos„. 

weitere thematisch passende Beiträge

Assistenzsysteme für Neuwagen ab 2022 verpflichtend

Kennzeichen mit Magneten befestigen, legal? Die Infos!

„tuningblog.eu“ – das Magazin
geschrieben von
mehr von Thomas Wachsmuth
DMC zeigt „Velocita“ Tuning-Parts am Porsche 911 GT3 (992)!
Vom deutschen Tuner DMC gibt es News zum Thema Porsche 911 GT3...
Weiterlesen
0 replies on “Alcolock Alkohol-Wegfahrsperre in Neuwagen: die Infos!”