Bullenfänger: Wann ist der Frontschutzbügel in Deutschland erlaubt?

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Das ändern vom Aussehen des Fahrzeuges ist auf unterschiedliche Arten möglich. Der Fantasie werden dabei kaum Grenzen gesetzt. Wer als Fahrzeugbesitzer auf eine robustere Optik wert legt, kann beispielsweise an seinem Auto einen sogenannten Kuhfänger anbringen. Sogenannte Kuhfänger sehen sehr robust und vor allem bullig aus. Für Liebhaber des Frontschutzbügels stellt sich aber die Frage, ob diese grundsätzlich in Deutschland erlaubt sind und warum die Anbauten als gefährlich eingestuft werden. Vor der Montage muss sich der Fahrzeughalter zudem mit weiteren Punkten auseinandersetzen. Den gesetzlichen Vorgaben, den unterschiedlichen Vorschriften für Kuhfänger am Pkw oder am Lkw, drohende Sanktionen bei Nichtbeachtung der gesetzlichen Regelungen und was es zu beachten gilt bei einem Nachrüsten des Frontschutzbügels. Mit unserem Ratgeber klären wir diese Fragen auf und geben weitere Antworten für die Montage der Bullenfänger.

Definition Personenschutzbügel

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Personenschutzbügel, Frontschutzbügel, Kuhfänger und Bullenfänger werden allgemein als Anbauteile für Fahrzeuge bezeichnet. Sie wurden ursprünglich als Rammschutz gegen Wildunfälle entwickelt. Mittlerweile werden die aus Kunststoff- oder Metallrohren bestehenden Konstruktionen nur noch als Tuning-Objekt verwendet. Bullenfänger in Deutschland – Sind sie erlaubt? Grundsätzlich sind Kuhfänger in Deutschland erlaubt. Aber nur solange, wie die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden. Für den Rammschutz am Pkw ist neben der EU-Typengenehmigung eine allgemeine Betriebserlaubnis erforderlich.

Kuhfänger in Deutschland: Teilweise Illegal und unter Kritik

In Deutschland wird besonders der Fußgängerschutz großgeschrieben. Schwere Verletzungen sind bei einem frontalen Unfall zwischen Pkw mit einem Bullenfänger und einem Fußgänger oft die Folge. Dies beweisen etliche Untersuchungen. Der Schutz ebendieser Fußgänger und anderen am Straßenverkehr ungeschützten Teilnehmern soll durch eine seit 2009 geltenden EU-Richtlinie verbessert werden.

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Bullenfänger – Der Bußgeldkatalog

BeschreibungBußgeld
Un­ver­meid­bare Gefähr­dung des Ver­kehrs durch Teile, die über den Um­riss des Fahrzeuges hervor­ragten20 Euro Strafe
Fahren ohne Betriebs­erlaub­nis50 Euro Strafe
Ver­stoß gegen das Pflicht­ver­sicherungs­gesetzGeld­strafe/Frei­heits­strafe von bis zu 1 Jahr

Kuhfängerverbot aufgrund des Fußgängerschutzes?

Offiziell handelt es sich bei den Frontschutzsystemen um Frontschutzbügel, Kuhfänger oder Bullenfänger. Die Hauptaufgabe der Frontschutzsysteme ist die Reduktion von Schäden, welche durch eine Kollision mit einem Tier respektive Wild bei einem Wildunfall entstehen können. Gerade bei SUVs und Pick-Ups erfreuen sich die Konstruktionen aus optischen Gründen größter Beliebtheit. Dennoch stehen die Bullenfänger gerade an Geländefahrzeugen stark in der Kritik. Sie führen vermehrt zu einer unnötigen Gefährdung von Radfahrern und Fußgängern. Diese Erkenntnis untermauert eine Untersuchung der Medizinischen Hochschule in Hannover, mit ihrem Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen (kurz: BASt) aus dem Jahre 1995. Bei einer Kollision von ungeschützten Verkehrsteilnehmern mit einem Geländewagen inklusiven Bullenfänger erleiden die Betroffenen schwerere Verletzungen als ohne diesen Anbau. Diese und ähnliche Erkenntnisse führten zur Einführung der EU-Richtlinie 78/2009/EG im Jahr 2009.

Der Gegenstand der Verordnung wird im Artikel 1 der Richtlinie wie folgt definiert: „In dieser Verordnung werden Anforderungen an Konstruktion und Funktion von Kraftfahrzeugen und Frontschutzsystemen mit dem Ziel festgelegt, die Zahl und Schwere der Verletzungen zu verringern, die Fußgänger und andere ungeschützte Verkehrsteilnehmer beim Aufprall auf die Frontpartie von Fahrzeugen erleiden und um solche Kollisionen zu vermeiden.“

Die EU-Richtlinie wurde ausschließlich für einen bestimmten Geltungsbereich festgelegt. Betroffen davon sind alle neu zugelassenen Fahrzeuge seit dem Jahr 2006 der Klasse M1 (Pkw) und N1 (Lkw). Diese dürfen ein maximales zulässiges Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen aufweisen.

Das gilt es bei einer Nachrüstung von Bullenfängern zu beachten

Grundsätzlich muss der Pkw für die Nachrüstung mit einem Bullenfänger den gesetzlichen Vorgaben der EU-Richtlinie 78/2009/EG entsprechen. Das Hauptkriterium hierfür stellt der Fußgängerschutz dar. Deswegen vertreiben einige Anbieter ein entsprechendes Modell unter dem Titel „Personenschutzbügel“.

Diese Anforderungen gelten konkret:

  • Frontschutzbügel müssen zwingend fest mit dem Fahrzeug verbunden werden um das Verletzungsrisiko zu senken. Damit der Anbau korrekt und fehlerfrei durchgeführt werden kann, muss eine eindeutige Montageanleitung dem Zusatzbauteil beigefügt werden. Des Weiteren soll eine vollständige Liste mit allen kompatiblen Fahrzeugtypen sicherstellen, dass das Auto auch zum jeweiligen Bullenfänger passt. Zudem muss der vermeintliche Rammschutz am Pkw unbedingt bei einem Aufprall nachgeben. Dies soll durch das verwendete Material oder durch eine nachgebende Befestigung gewährleistet werden. Zahlreiche Kuhfänger sehen zwar aus als wären sie aus hochwertigem Edelstahl gefertigt, bestehen aber aus Kunststoff. Eine weitere gesetzliche Regelung zum Bullenfänger legt fest, dass der Personenschutzbügel auf keinen Fall die Fahrzeugbreite überschreiten darf. Und auch nur maximal 50 mm darf die Vorderkante der Fronthaube überragt werden. Damit ein Bullenfänger in Deutschland montiert werden darf, muss das Bauteil neben der Allgemeinen Betriebserlaubnis über eine EU-Typengenehmigung verfügen.

Nice to Know: In der Regel dürfen Bullenfänger, welche bereits vor 2009 über eine allgemeine Betriebserlaubnis verfügten, weiterhin montiert werden. Bestehende Genehmigungen bleiben also weiterhin gültig aufgrund vom sogenannten Bestandschutz. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich am besten direkt bei der nächsten Prüforganisation wie DEKRA, TÜV oder GTÜ informieren.

Das droht bei einem unerlaubten Frontschutzbügel

Entspricht der montierte Bullenfänger nicht den gesetzlichen Vorschriften, riskiert der Fahrzeughalter harte Sanktionen. Dies kann unter Umständen das Erlöschen der Betriebserlaubnis vom Fahrzeug bedeuten. Ist dies der Fall, werden mindestens 50 Euro Verwarngeld fällig (siehe Bußgeldkatalog). Der Verlust der Betriebserlaubnis geht aber auch immer einher mit dem Verlust des Versicherungsschutzes. Damit ist der Fahrzeughalter unerlaubt ohne eine nötige Kfz-Haftpflichtversicherung unterwegs. Dieser Verstoß gegen das Versicherungsgesetz stellt ebenfalls einen Straftatbestand dar und wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe geahndet. Zudem drohen zwei bis drei Punkte in Flensburg und im schlimmsten Falle der Entzug der Fahrerlaubnis.

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Aber Achtung: Bullenfänger an einem Lkw oder sonstigen Nutzfahrzeugen können mögliche Beschädigungen tatsächlich fernhalten und sinnvoll sein. Damit erfüllen sie ihren Zweck und sorgen nicht nur für ein optisches Tuning. Deswegen wurden Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen von der geltenden EU-Richtlinie ausgeschlossen. Starre Frontbügel dürfen an diesen Fahrzeugen weiterhin montiert werden, solange die gesetzlichen Vorschriften zur Fahrzeuglänge eingehalten werden und der Bullenfänger beim Lkw eingetragen wurde.

Das war es natürlich längst noch nicht gewesen.

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