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Nachrüstung vom Ausstiegswarner: ein kleiner Leitfaden!

Lesezeit 5 Min.

Nachrüstung vom Ausstiegswarner: ein kleiner Leitfaden!

Die Nachrüstung von Ausstiegswarnern, um Dooring-Unfälle zu vermeiden, ist in der heutigen Zeit, in der die Sicherheit im Straßenverkehr immer mehr in den Vordergrund rückt, ein wichtiges Thema. Ausstiegswarner sind eine zusätzliche Sicherheit, da sie die Insassen vor herannahenden Verkehrsteilnehmern warnen, bevor sie aussteigen. Die Technologie ist speziell in städtischen Gebieten mit dichtem Verkehr und unübersichtlichen Parkbedingungen sinnvoll. Der Einbau (die Nachrüstung) der Warnsysteme kann das Risiko von Unfällen, speziell Kollisionen mit Radfahrern und Fußgängern, reduzieren. Die Nachrüstungsmöglichkeiten reichen von herstellerspezifischen Lösungen bis zu universellen Kits von Drittanbietern. Folgender Artikel gibt einen kleinen Überblick über die verschiedenen Nachrüstungsmöglichkeiten, Einbauverfahren und Anbieter.

Möglichkeiten der Nachrüstung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ausstiegswarner in das Fahrzeug zu integrieren. Die bekanntesten Optionen sind:

  1. OEM-Lösungen (Original Equipment Manufacturer): Einige Hersteller bieten Ausstiegswarner auch als Nachrüstoptionen an. Die Systeme sind speziell für das jeweilige Fahrzeug entwickelt und integrieren sich nahtlos ins bestehende System.
  2. Lösungen von Drittanbietern: Einige unabhängige Firmen bieten universelle Nachrüst-Kits an. Diese sind oft kostengünstiger und können in einer Vielzahl von Fahrzeugen installiert werden.
  3. DIY-Lösungen: Für technisch Versierte gibt es sogar DIY-Kits, die eine individuelle Anpassung und Installation ermöglichen.

Einbau und Installation

Der Einbau eines Ausstiegswarners kann variieren, abhängig von der gewählten Lösung:

  • OEM-Lösungen erfordern oft einen Fachmann, da sie direkt mit dem Fahrzeugsystem verbunden werden und oftmals freigeschaltet oder anderweitig konfiguriert werden müssen.
  • Lösungen von Drittanbietern können einfacher zu installieren sein, oft mit Plug-and-play-Systemen, die weniger technisches Know-how erfordern. Allerdings gibt es bisher kaum Anbieter/Produkte.
  • DIY-Kits bringen die größte Flexibilität, erfordern aber in der Regel umfangreiche Kenntnisse in Fahrzeugelektronik. Auch hier gibt es bisher kaum Anbieter/Möglichkeiten.
  • Anbieter von Ausstiegswarnern sind Bosch, Valeo oder Continental.

Nachrüstungen ab Werk vs. Drittanbieter

Während einige Fahrzeughersteller Ausstiegswarner ab Werk anbieten, besteht die Mehrheit der Optionen aus Nachrüstlösungen von Drittanbietern. Diese ermöglichen eine größere Flexibilität in Bezug auf die Kosten und die Kompatibilität mit verschiedenen Fahrzeugen. Allerdings sind aktuell nahezu keine wirklich guten Systeme von Drittanbietern bekannt, die problemlos nachgerüstet werden können und dazu noch zuverlässig funktionieren.

Nachrüstung vom Ausstiegswarner: ein kleiner Leitfaden!

Beispiel: Audi side assist (Totenwinkelwarner)

Die Nachrüstung der roten LED Ausstiegswarnung ist eine Ergänzung für Fahrzeuge mit Audi side assist (Totenwinkelwarner). Die Warnung erhöht die Sicherheit beim Aussteigen, indem sie durch Aufblitzen der LEDs in den Türverkleidungen auf herannahende Fahrzeuge oder Fahrräder aufmerksam macht.

Wichtige Voraussetzungen

  • Kompatibilität: Stellen Sie sicher, dass das Fahrzeug mit dem Audi side assist ausgestattet ist.
    • Entfernen Sie vorsichtig die Türverkleidungen und Zierleisten.
    • Installieren Sie die LED-Module über den Türgriffen.
    • Verlegen Sie den Kabelsatz entsprechend der Anleitung und schließen Sie ihn an.
    • Zusammenbau: Setzen Sie die Türverkleidungen und Zierleisten wieder ein.
    • VCDS-Software: Nach dem Einbau müssen Sie das Fahrzeug mit der VCDS-Software codieren. Befolgen Sie hierfür die Schritte in der Codieranleitung.

 

Zusammenfassung

  • Die Nachrüstung von Ausstiegswarnern ist eine lohnende Investition in die Sicherheit. Ob Sie sich für eine OEM-Lösung, ein Kit eines Drittanbieters oder eine DIY-Option entscheiden, hängt von den spezifischen Bedürfnissen, dem Budget und Ihren technischen Fähigkeiten ab. Wir hoffen, dass Euch unser Infobericht zum Thema/Begriff Ausstiegswarner nachrüsten (weitere Bezeichnungen/Stichworte sind: Exit Warning System, Door Opening Alert, Side Exit Assistance, Vehicle Exit Safety System, Door Edge Warning, Safe Exit Assist, Exit Collision Prevention, Door Open Warning System, Egress Alert System, Exit Traffic Alert) gefallen hat. Unser Ziel ist es, das größte deutschsprachige Tuning Lexikon (Tuning-Wikipedia) zu erstellen. Wie weit wir schon sind, kann man HIER sehen.

Nachrüstung vom Ausstiegswarner: ein kleiner Leitfaden!

Vermeidung von Dooring-Unfällen

Dooring-Unfälle, bei denen Radfahrer, E-Scooter-Nutzer oder Mofafahrer mit plötzlich geöffneten Autotüren zusammenstoßen, sind eine ernsthafte Gefahr im Straßenverkehr. Solche Unfälle geschehen oft, wenn Radwege an parkenden Autos entlangführen und können schwere Folgen haben. Daher ist gegenseitige Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit von allen Verkehrsteilnehmern essenziell.

Tipps für Autofahrer und Beifahrer:

  • Verkehr beobachten: Berücksichtigen Sie, dass E-Scooter schlechter bremsen und ausweichen können, und E-Bikes schneller als normale Fahrräder sind.
  • Beim Aussteigen aufmerksam sein: Führen Sie einen Schulterblick und Blick in den Spiegel durch.
  • Türöffnungstechnik: Benutzen Sie die gegenüberliegende Hand zum Öffnen der Tür, um automatisch einen Schulterblick zu machen.
  • Tür langsam öffnen: Vermeiden Sie ruckartiges Öffnen der Autotür.
  • Anleitung für Kinder: Stellen Sie sicher, dass Kinder Türen nicht ohne Aufsicht öffnen.

Tipps für Radfahrer, E-Scooter- und E-Bike-Fahrer:

  • Aufmerksam bleiben: Beobachten Sie den Verkehr und insbesondere parkende Fahrzeuge sorgfältig.
  • Ausreichend Abstand halten: Halten Sie genügend Abstand zu parkenden Autos, um auf plötzliches Öffnen von Türen reagieren zu können.
  • Bremsbereitschaft: Fahren Sie mit angepasster Geschwindigkeit und seien Sie stets bremsbereit.

Bezeichnungen der Systeme:

Verschiedene Fahrzeughersteller haben ihre eigenen spezifischen Bezeichnungen für Systeme, die dazu dienen, Dooring-Unfälle zu verhindern oder die Sicherheit im Bereich der Fahrzeugtüren zu erhöhen:

  • Audi – „Exit Warning System“: Audi verwendet diese Bezeichnung für das System, das warnt, wenn sich andere Verkehrsteilnehmer nähern, während sie aussteigen wollen.
  • Mercedes-Benz – „Active Blind Spot Assist“: Bei Mercedes-Benz ist das System Teil des Totwinkel-Assistenten und kann beim Aussteigen warnen.
  • BMW – „Door Exit Warning“: BMW verwendet diese Bezeichnung für ihr System, das ähnlich wie bei Audi und Mercedes-Benz funktioniert.
  • Volvo – „Cross Traffic Alert“: Obwohl es hauptsächlich als Rückwärtsfahrhilfe konzipiert ist, kann dieses System von Volvo auch beim Aussteigen helfen, indem es vor nahenden Fahrzeugen oder Radfahrern warnt.
  • Tesla – „Auto-Open Doors“: Bei Tesla gibt es Systeme, die das Öffnen der Türen automatisieren, wobei Sensoren zur Vermeidung von Kollisionen eingesetzt werden.
  • Ford – „Door Edge Protector“: Ford hat einen mechanischen Türkantenschutz entwickelt, der sich beim Öffnen der Tür ausfährt und so Kollisionen verhindern kann. Zudem hat Ford auch einen Ausstiegswarner wie Audi & Co.
  • Lexus – „Blind Spot Monitor“: Ähnlich wie bei anderen Herstellern, verwendet Lexus Sensoren, um beim Aussteigen vor Verkehrsteilnehmern zu warnen.
  • Chevrolet – „Rear Cross Traffic Alert“: Auch Chevrolet hat Systeme, die vor Querverkehr beim Rückwärtsfahren und potenziell auch beim Aussteigen warnen.
  • Honda – „Cross Traffic Monitor“: Das System von Honda funktioniert ähnlich und warnt vor Fahrzeugen oder Radfahrern, die sich von hinten nähern.
  • Hyundai – „Safe Exit Assist“: Hyundai’s System warnt Insassen beim Aussteigen, wenn sich ein Fahrzeug von hinten nähert, um Kollisionen zu verhindern.
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Über Thomas Wachsmuth

Thomas Wachsmuth - Seit 2013 ist er ein integraler Bestandteil von tuningblog.eu. Seine Leidenschaft für Autos ist so intensiv, dass er jeden verfügbaren Cent darin investiert. Während er von einem BMW E31 850CSI und einem Hennessey 6x6 Ford F-150 träumt, fährt er aktuell einen eher unauffälligen BMW 540i (G31/LCI). Seine Sammlung an Büchern, Heften und Prospekten zum Thema Autotuning hat mittlerweile solche Ausmaße erreicht, dass er selbst zu einem wandelnden Nachschlagewerk der Tuningszene geworden ist.  Mehr über Thomas

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