Eine Auktion gerät schnell zur Tortur für das Nervenkostüm. Und ein gedankenlos gehobener Arm kann plötzlich kostspielig werden. Auktionen eignen sich allerdings hervorragend, wenn man auf der Suche nach Schnäppchen ist. Die Abgabe eines Angebots will jedoch reiflich überlegt sein, denn ein Handzeichen bedeutet schon den Abschluss eines gültigen Kaufvertrages. Dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, lässt sich bei einer Auktion wunderbar beobachten. Abgesehen von den beliebten Kunstauktionen, erfreuen sich auch Autoauktionen zunehmender Beliebtheit. Und mit etwas Sachkompetenz und einer klugen Taktik lässt sich am Ende ein echtes Schnäppchen oder sogar eine Rarität an Land ziehen.
die Autoauktion
Unter Sammlern gefragt sind primär Oldtimer-Auktionen. Wertvoll sind hier allerdings auch ein reichhaltiges Fachwissen und ein geübter Blick. Was für Laien ein Schrotthaufen ist, ist für den Fachmann vielleicht das ultimative Schmuckstück. Wer sich eine zutreffende Werteinschätzung nach einer Restauration zutraut, ist bei einer Oldtimer-Auktion genau richtig. Auch Behördenfahrzeuge gehören zu den häufigen Auktionsgütern. Hier handelt es sich um gebrauchte Fahrzeuge von Bundesministerien oder -verwaltungen, deren Fuhrpark turnusmäßig ausgetauscht wird. Hierzu gehören mitunter Fahrzeuge der besonderen Art:
- Rettungswagen, Feuerwehr– oder Polizeiautos
- zivile und militärische Dienstwagen
- Schneefräsen oder Unimogs
- beschlagnahmte Fahrzeuge
Sogar Panzer oder andere Bundeswehrfahrzeuge können teils ersteigert werden. Das jeweilige Bundesland entscheidet über die Privatnutzung der Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen. Ferner müssen Blaulicht und Martinshorn aber natürlich abgedeckt sein und dürfen nicht genutzt werden. In aller Regel wurden diese Teile bis zum Auktionsbeginn ohnehin bereits entfernt, beispielsweise bei der Versteigerung alter Polizeiautos. Möglicherweise sind beim Kauf aber nicht alle Schäden oder Defekte bekannt, wobei eine Garantie oder Gewährleistung bei den Fahrzeugen ausgeschlossen ist. Diesen Umstand sollte man bedenken. Und auch, dass der Fahrzeugpreis in der Regel direkt in bar entrichtet wird.
Sollte ein gepfändetes Fahrzeug doch wieder vom alten Besitzer ausgelöst werden, hat der oder die Höchstbietende keinen Anspruch mehr auf das jeweilige Fahrzeug. Und wer einen schnellen Autoverkauf plant, der hat bei einer Auktion ebenfalls gute Chancen. Auktionen werden traditionellerweise von Auktionshäusern durchgeführt, wobei es heutzutage zahlreiche Auktionsplattformen wie Bring a Trailer, Mecum Auctions, Autobid & Co. gibt, insbesondere im Internet. Prinzipiell ist der Auktionsablauf immer derselbe, unabhängig von der Art der Auktion. Dennoch gilt es, verschiedene Dinge zu beachten.
Der Ablauf einer Autoauktion!
Bei bestehendem Interesse an der Teilnahme an einer Autoauktion findet im Vorfeld üblicherweise eine Registrierung mit Personalausweis und Meldebescheinigung im Auktionshaus statt. Vor Auktionsbeginn wird zudem ein bebilderter Katalog mit den zu ersteigernden Fahrzeugen erstellt, in dem jedes eine feste Nummer erhält, die die Versteigerungsreihenfolge angibt. Da dieser Katalog aber lediglich eine grobe Orientierungs- und Informationsgrundlage ist, sollte vorab die Möglichkeit einer Fahrzeugbegutachtung wahrgenommen werden, sofern diese durch das Auktionshaus angeboten wird. Bei Bedarf sollte zudem ein Fachmann hinzugezogen werden, denn bei Auktionen gilt in aller Regel die Devise „Gekauft wie gesehen„.
Es empfiehlt sich übrigens, vorab den Fahrzeugwert zu recherchieren. Im Internet kann auf Seiten für kostenlose Autobewertungen verglichen werden, wie hoch der Preis für ähnliche Fahrzeuge ist. Weiterhin kann es sinnvoll sein, im Vorhinein ein persönliches Höchstgebot festzulegen, das möglichst nicht überschritten werden soll. Doch eines steht fest: Der Bieterwahn lauert, sobald das Bieten erst einmal begonnen hat. Das abgegebene Höchstgebot erhält letztlich den Zuschlag, womit ein verbindlicher Kaufvertrag zustande gekommen ist. Um während dem Bieteifer einen kühlen Kopf zu bewahren, finden Sie hier die wichtigsten Punkte für eine Autoauktion:
- vorab informieren und Überblick verschaffen
- nur auf ausgewählte Fahrzeuge setzen
- marktübliche Preise recherchieren
- persönliches Höchstgebot festlegen
- Modalitäten erfragen (Zahlweise, Gebühren etc.)
- Besichtigungstermine wahrnehmen
- strategisch klug bieten
- Bieterkampf vermeiden und Ruhe bewahren
Virtuell oder vor Ort?
Onlineauktionen waren bereits vor der Pandemie gebräuchlich, doch spätestens seit 2020 sind sie äußerst beliebt. Abhängig vom Auktionsgut wird eine Onlineauktion oder eine Auktion vor Ort angeboten. Die Vor- und Nachteile sind im Folgenden aufgelistet:
- Präsenzauktion: Als klassische Variante gilt die Präsenzauktion. Hierbei finden sich alle Interessenten an einem Ort ein, wo ein Auktionator die Fahrzeuge stellvertretend für die Eigentümer vorstellt. Die Abgabe eines Gebots erfolgt dabei durch Handzeichen. Begonnen wird mit einem Mindestgebot, welches sich schrittweise erhöht. Fallen keine Gebote mehr, erhält der oder die Höchstbietende den Zuschlag und ist zum Fahrzeugkauf verpflichtet. Liegt zu dem Auktionsgut ein Vermerk “Zuschlag unter Vorbehalt der Zustimmung” vor, muss die Zustimmung des Eigentümers zum Verkauf eingeholt werden, da das Höchstgebot unter dessen Erwartungen liegt.
- Onlineauktion: Onlineauktionen erfreuen sich steigender Beliebtheit. Auch hier gilt es, Schnäppchen zu ergattern. Onlineauktionen unterscheiden sich von klassischen Auktionen dadurch, dass sie gemäß BGB nicht als Versteigerung im eigentlichen Sinne zu betrachten sind und daher nicht durch die entsprechenden Paragrafen geschützt sind. Bei Onlineauktionen häufen sich daher Betrugsfälle.
Gleichermaßen gilt auch hier, dass die Abgabe eines Höchstgebotes einen verbindlichen Kaufvertrag zur Folge hat, welcher sowohl von Käufer- als auch von Verkäuferseite zu erfüllen ist. Bei gewerblichen Onlineverkäufen steht dem Käufer ein zweiwöchiges Widerrufsrecht zu.
Die Holländische Auktion!
Wird die Auktion als sogenannte Holländische Auktion durchgeführt, nennt der Auktionator vorab ein Höchstgebot, von dem in definierten Intervallen nach unten geboten wird. Den Zuschlag erhält, wer bei dieser Rückwärtsauktion zuerst das Angebot annimmt. Geläufig ist diese Art der Versteigerung bei hohen Stückzahlen des Auktionsgutes, was eine gewisse Zeitersparnis zum Vorteil hat. Auch bei Autoversteigerungen wird das Holländische Modell immer wieder angewandt.
Lohnenswert: Zwangsversteigerungen!
Zwangsversteigerungen finden oftmals im Rahmen der Versteigerung von Behördenfahrzeugen statt. Angeboten werden hierbei eingezogene Fahrzeuge, deren Verkaufserlös den Gläubigern zugutekommt. Für ehemalige Fahrzeugbesitzer ist die Zwangsversteigerung die schlechteste Variante, da der erzielte Preis in aller Regel unter dem Marktwert liegt. In diesem Nachteil liegt für die Bieter die Chance auf ein Schnäppchen. Fahrzeuge aus Vollstreckungsverfahren werden größtenteils vom Zoll angeboten, wobei es passieren kann, dass das Fahrzeug kurz vor Versteigerungsbeginn ausgelöst wird. Das Fahrzeug wird in der Versteigerung dann nicht mehr angeboten und ein Erwerb ist nicht möglich.
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