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Kein Leder mehr? Nachhaltigkeit auch beim Autositz!

Die neue Bundesregierung möchte für mehr Nachhaltigkeit auch in der Autoindustrie sorgen, und die hat es zum Teil schon verstanden. So soll nicht nur der Antrieb umweltfreundlicher werden, sondern auch das Interieur wie Sitzbezüge aus nachhaltigen Materialien gefertigt werden. Bedeutet dies das Ende der Lederbezüge und welche Alternativen gibt es? Die Antwort gibt es in diesem Artikel.

nachwachsende Rohstoffe statt Leder

Das Auto soll sein Image als Klimakiller loswerden, weshalb die Hersteller auch die Ausstattung nachhaltiger gestalten möchte. Galten Ledersitze bislang noch als das Non-Plus-Ultra, so rücken nachwachsende Rohstoffe oder recycelte Materialien immer mehr in den Fokus der Autoindustrie. Ein Beispiel ist die britische Marke Land Rover, die genau wie Tesla und Audi sich an die vegane Lebensweise anpasst und zum Beispiel bei den Modellen Evogue und Velar neben Ledersitzen auch Bezüge aus Stoff anbietet. Für die Entwicklung der Stoffbezüge konnte Land Rover sogar den dänischen Möbelhersteller Kvadrat gewinnen.

Andere Hersteller und sogar Tuner wie Techart setzen auf Sitzbezüge aus Schurwolle und die Luxusmarke Bentley auf Tweed. Beispielsweise bestehen die Sitzbezüge des Skoda Enyaq zu 60 Prozent aus Polyester und zu 40 Prozent aus Schurwolle. Polyester wird bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern mit einem schweißtreibenden Körpergefühl verbunden, doch laut Skoda bekommt es durch die Kombination mit der Schurwolle einen kühlenden Effekt. Zudem verweisen die Tschechen auf die Atmungsaktivität und dass Schadstoffe und Gerüche aus der Umgebungsluft gefiltert werden. Auch Volvo will zukünftig auf Leder verzichten. Bis 2025 soll das Interieur in den schwedischen Autos zu einem Viertel aus recycelten und biologischen Materialien bestehen.

Plastikflaschen als Alternative für Leder

Gemütlich sitzen auf Plastikflaschen? Wer sich das nicht vorstellen kann, sollte sich einmal in den neuen Audi A3 oder den Polestar setzen. In beiden sind die Sitzbezüge sowie Teppiche aus recycelten PET-Flaschen gefertigt, was auch für den Audi Q4 e-tron und der Q4 Sportback e-tron gilt. Und sogar die Reifenhersteller forschen mit Reifen wie dem Conti GreenConcept an einer ökologischen Alternative. Auch Mercedes folgt dem Beispiel und lässt das Interieur des Vision EQS aus Stoffen fertigen, die aus sogenanntem Ocean Plastic recycelt, sind. Die Kunden sitzen quasi auf alten Fischernetzen. Und bei VW laufen zur Zeit Studien, ob künstlich hergestelltes Leder aus Apfelresten für Autositze geeignet ist.

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Es sieht so aus, als befänden sich die Autohersteller in einem Wettbewerb um die beste Idee, wie die Innenausstattung besonders nachhaltig gestaltet werden kann. Die Entwickler und Designer haben aktuell jede Menge Arbeit mit der Entwicklung umweltfreundlicher Materialien. Doch auf die Erforschung muss die Serienreife folgen. BMW kündigte an, vegane Alternativen zum Leder anzubieten, sobald die technologischen Fortschritte den Premiumansprüchen des Unternehmens entsprechen.

Materialien altern unterschiedlich

Die Vorteile von Leders liegen besonders bei älteren Fahrzeugen auch der Hand, denn das Material überzeugt durch seine Robustheit. Bei guter Pflege sieht Leder auch nach Jahren oder sogar Jahrzehnten noch aus wie neu. Andere Materialien altern da viel schneller. So können vorrangig helle Stoffe leicht verschmutzen oder farbige Produkte bei starker Sonneneinstrahlung verblassen. Plastik kann vergilben oder ermüden.

In den USA sind übrigens als „Leatherette“ bezeichneten Kunstlederausstattungen beliebt. Die Oberflächen bestehen etwa aus Vinyl und sind organischem Leder nachempfunden. Leider kann der Komfort noch nicht mit dem Original mithalten. Bei anderen Modellen sind die Bezüge der Wangen und Rückseiten der Vordersitze sowie die Rückbank aus Kunstleder, die Sitzbahnen hingegen noch aus echtem Leder.

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Eine weitere Alternative ist Alcantara, das sich immer noch großer Beliebtheit erfreut. Das Ultrafasergewebe ist eine Kombination aus den synthetischen Stoffen Polyester und Polystyrol und verleiht beispielsweise einem Lenkrad einen sportlichen Look. Zudem ist das Material pflegeleicht. Ein Nachteil ist die jedoch schnelle Alterung. Lenkrad und Sitzbahnen wirken schnell speckig und unschön.

Immer noch hohe Nachfrage nach Lederbezügen

Bedeuten all diese Alternativen das Aus für Lederbezüge? Wie sich die Frage in Zukunft beantworten lässt, kann noch niemand sagen. Aktuell ist die Nachfrage nach Ledersitzen oder lederbezogenen Lenkrädern noch enorm hoch, doch die Entwicklung schreitet voran und die Hersteller von nachhaltigen und veganen Materialien versuchen, Autoproduzenten und deren Kunden von den Produkten zu überzeugen.

Wer nicht ganz auf Leder verzichten möchte, hat zukünftig vielleicht die Möglichkeit, auf das bereits erwähnte vegane Leder zurückzugreifen. Das Freiberger Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen hat in einer Studie Anfang 2021 untersucht, ob die Eigenschaften (Robustheit, Zug- und Reißfestigkeit, Wasserdampfaufnahme, Flexibilität) von Apfelleder, Kaktusleder, Ananasleder und Kunstleder denen des herkömmlichen Leders aus Tierhaut entsprechen. Die Untersuchungen haben ergeben, dass die veganen Produkte einige Kriterien ähnlich gut und sogar besser erfüllen, doch in der Gesamtheit noch nicht mit dem herkömmlichen Leder konkurrieren können. Doch die Entwicklung steckt, wie auch beim E-Auto, noch in den Kinderschuhen, und in Zukunft wird der Kunde wohl bald keinen Unterschied mehr zwischen veganem und tierischem Leder erkennen.

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