Freitag , 15. Oktober 2021

Frauen haben im Motorsport Seltenheitswert

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Der Rennsport ist von jeher eine Männerdomäne. Nur ganz wenige Frauen schafften es in der Geschichte des Motorsports, sich einen Platz in einer Rennserie zu sichern. In der mehr als 70 Jahre andauernden Geschichte der Formel 1 waren es beispielsweise nur fünf Pilotinnen, die an einer offiziellen Veranstaltung der Königsklasse teilgenommen haben. Und nur zwei von ihnen haben es geschafft, sich für mindestens einen Grand Prix zu qualifizieren. In anderen Rennserien sehen die historischen Frauenquoten nicht besser aus. In der DTM etwa gab es bislang 13 Fahrerinnen, in der Formel E waren es drei und in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) immerhin 27.

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In der Formel 1 schaffte es erst eine Frau, WM-Punkte zu gewinnen, nämlich die Italienerin Lella Lombardi. Sie gab ihr Debüt in der wichtigsten Rennklasse im Juli 1974. Beim Großen Preis von Großbritannien verpasste sie im Brabham-Ford jedoch die Qualifikation für das Rennen. Die Saison 1975 bestritt sie dann für das Team March-Ford vollständig. Ihr erstes Rennen war der Große Preis von Südafrika Anfang März 1975. Eine defekte Kraftstoffpumpe sorgte jedoch dafür, dass sie ihren Boliden vorzeitig abstellen musste.

Im nachfolgenden Rennen, dem Großen Preis von Spanien Ende April 1975, schlug hingegen ihre große Stunde – allerdings in einem überaus tragischen Rahmen. In der 26. Runde überschlug sich der Bolide des führenden Deutschen Rolf Stommelen, geriet ins Publikum und tötete dort fünf Zuschauer. Daraufhin wurde das Rennen abgebrochen, und die zu diesem Zeitpunkt bestehende Reihenfolge der Fahrer wurde zum Endstand deklariert. Allerdings erhielten die Piloten nur die Hälfte der Punkte, die ihnen bei einem beendeten Rennen zugestanden hätten. Als Sechstplatzierte erhielt Lombardi somit immerhin einen halben WM-Punkt.

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In der DTM gelang es einer Frau sogar, ein Rennen zu gewinnen. Die Deutsche Ellen Lohr bestritt von 1987 bis 1996 insgesamt 142 Rennen in der DTM. Schon in ihrem zweiten Rennen, dem Flugplatzrennen Wunstorf Anfang August 1987, landete sie in ihrem BMW M3 auf dem fünften Platz. Zum Saisonabschluss Ende August 1987 fuhr sie bei der Alpentrophäe Salzburg sogar auf Platz zwei und damit erstmals aufs Treppchen. Ihre erfolgreichste Saison hatte Lohr 1992. Ende Mai fuhr sie mit ihrem Mercedes 190E im ersten Lauf des Rennsport-Festivals am Hockenheimring ihren männlichen Kontrahenten davon und gewann. Zudem gelangen ihr in der Saison 1992 zwei weitere Podiumsplätze. In der Gesamtwertung wurde sie schließlich Elfte. Ein Jahr später schaffte sie es mit Platz zehn sogar in die Top 10. Ihren vierten und letzten Sprung aufs Treppchen feierte sie in der Saison 1994.

Ein Blogbeitrag von Betway zeigt auf, warum so wenige Frauen den Sprung in den Rennsport geschafft haben. Der wohl entscheidende Grund ist das veraltete Rollenbild. Motorsport war von Beginn an den Männern vorbehalten. Frauen waren dagegen lange nur als leicht bekleidete Grid Girls am Streckenrand zu sehen. Diese Verteilung wirkt sich auch auf die Nachwuchsförderung aus. Meist sind es Jungs und junge Männer, die bei ihrem Training unterstützt werden. Dazu kommt, dass Mädchen, die sich für den Einstieg in den Rennsport interessieren, kaum Vorbilder gleichen Geschlechts haben. Träumen Jungs davon, Michael Schumacher, Sebastian Vettel oder Lewis Hamilton nachzueifern, haben Mädchen keine weiblichen Idole. Nicht zuletzt spielt die ungleiche Geschlechterverteilung für die finanziellen Aspekte des Motorsports eine entscheidende Rolle. Um in eine höhere Rennklasse einzusteigen, sind Antrittsgelder von Tausenden von Euro nötig, in der Formel 1 sogar Millionen. Aufgrund des medialen Interesses sind es vor allem Männer, die Sponsoren dazu bewegen, solche Summen zu zahlen.

Was hingegen kein schlaghaltiges Argument ist, sind die körperlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Nicht nur Lombardi und Lohr haben unter Beweis gestellt, dass der weibliche Körper den Kräften standhalten kann, die im Motorsport herrschen.

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