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Selber den Partikelfilter reinigen? Wir wissen, wie es geht!

Lesezeit 5 Min.

Selber den Partikelfilter reinigen? Wir wissen, wie es geht!

Erfahren Sie, wie Sie den Partikelfilter Ihres Autos selbst mit einfachen Schritten und dem richtigen Reinigungsmittel reinigen können. Das Reinigen des Partikelfilters in Ihrem Fahrzeug ist eine Wartungsarbeit, die Sie mit ein wenig Geduld und den richtigen Werkzeugen selbst durchführen können. Ein verstopfter Rußpartikelfilter (DPF) kann die Leistung des Autos erheblich mindern und sogar zu teuren Reparaturen führen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihren Partikelfilter selbst reinigen und somit Leistungseinbußen und unnötige Werkstattkosten vermeiden können.

Selber Partikelfilter reinigen?

Für die erfolgreiche Reinigung des Partikelfilters sind einige Werkzeuge und Materialien notwendig. Zunächst benötigen Sie KFZ-Spezialwerkzeug und Standardwerkzeuge, um den Filter ausbauen und später wieder einbauen zu können. Des Weiteren ist ein spezielles Reinigungsmittel für Rußpartikelfilter erforderlich, wie der Liqui-Moly Dieselpartikelfilter-Reiniger, der dafür entwickelt wurde, den Ruß und die Asche effektiv zu lösen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Abgasanlage komplett erkalten lassen: Es ist wichtig, dass Ihr Fahrzeug vor der Reinigung mindestens eine Stunde steht, damit die Abgasanlage vollständig abkühlen kann. Das verhindert Spannungsrisse, die durch das Einspritzen des kalten Reinigungsmittels entstehen könnten.
  2. Rußpartikelfilter befreien: Bevor Sie das Reinigungsmittel anwenden können, müssen Sie den Partikelfilter von anderen Autoteilen, die den Zugang blockieren könnten, befreien. Achten Sie darauf, alle Sensoren vorsichtig zu entfernen, um sie nicht zu beschädigen.
  3. Den an dem Behälter vorhandenen Schlauch in die Öffnung einführen: Führen Sie den Schlauch des Reinigungsmittels durch eine der Öffnungen im Partikelfilter ein. Das ermöglicht eine direkte Anwendung des Mittels im Filter.
  4. Reinigungsmittel einfüllen: Vor dem Einbringen des Reinigungsmittels sollten Sie die Dose gut schütteln. Sprühen Sie das Mittel dann in einem 5–10-Sekunden-Takt für jeweils 5 Sekunden in den Filter. Drehen Sie während des Sprühens die Sonde, um sicherzustellen, dass das Reinigungsmittel den ganzen Filter erreicht. Wiederholen Sie diesen Schritt, bis die Dose leer ist.
  5. Sensoren wieder einbauen: Nach der Reinigung ist es notwendig, die zuvor entfernten Sensoren wieder ordnungsgemäß einzuschrauben.
  6. Lernwerte zurücksetzen: Mit einem Diagnosegerät sollten nun die Lernwerte zurückgesetzt werden, damit die Fahrzeugelektronik „weiß“, dass der DPF nicht mehr verstopft ist. In einigen Fällen muss die Regeneration auch manuell gestartet werden.
  7. Regeneration und Probefahrt: Lassen Sie das Auto zum Abschluss etwa 15 Minuten lang mit laufendem Motor im Freien stehen. Um den Reinigungsprozess abzuschließen, ist es empfehlenswert, eine Probefahrt – idealerweise auf der Autobahn und mit hoher Geschwindigkeit – zu machen. Das hilft, den Filter komplett auszubrennen und eventuelle Reste des Reinigungsmittels zu entfernen.

Selber den Partikelfilter reinigen? Wir wissen, wie es geht!

Fazit

Die Selbstreinigung des Partikelfilters kann eine effektive Methode sein, um die Leistung des Fahrzeugs zu erhalten und teure Werkstattbesuche zu vermeiden. Mit den richtigen Werkzeugen, einem speziellen Reinigungsmittel und der Befolgung der obigen Schritte können Sie diesen Prozess sicher und erfolgreich durchführen.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Selbstdurchführung möglich: Mit einer detaillierten Anleitung und dem richtigen Reinigungsmittel können Sie die Reinigung selbst durchführen. Zeitersparnis: Im Vergleich zum Werkstattbesuch ist die Selbstreinigung meist schneller abgeschlossen. Kosteneffizient: Deutlich günstiger als ein Werkstattbesuch oder der Austausch des Filters.
  • Nachteile: Unsichere Langzeitwirkung: Die Effektivität und Sicherheit von Reinigungsmitteln auf lange Sicht ist nicht vollständig bewiesen. Teilweise Reinigung: Während Ruß entfernt wird, bleibt Asche zurück, was die Filterleistung beeinträchtigen kann. Mögliche Schädigung: Die aggressiven Chemikalien können die Struktur des Filters beeinträchtigen.

Werkstattverfahren zur Reinigung

  1. Chemische Reinigung: Einsatz von speziellen Lösungsmitteln zur Durchspülung des Filters. Oft kombiniert mit Dampfstrahlern, wobei beide Methoden die Filterstruktur schädigen können.
  2. Mechanische Reinigung: Der Filter wird in einem Brennofen bei 500 bis 600 Grad Celsius erhitzt, um Rußrückstände zu verbrennen. Die verbleibende Asche wird anschließend mit Druckluft entfernt. Dieser Prozess kann mehrere Stunden bis Tage in Anspruch nehmen.

Selbstreinigung des Partikelfilters

  • Wie kann ich den Partikelfilter selbst reinigen? Eine Methode, den DPF ohne Demontage zu reinigen, ist das Freifahren. Fahren Sie dafür ca. 15 bis 30 Minuten lang mit konstant hohen Geschwindigkeiten (z.B. 120 km/h) und in möglichst niedrigen Gängen (3–4 Gang) auf der Autobahn. Die dabei entstehende hohe Temperatur im Filter führt zur Selbstreinigung und Regeneration.

Umgang mit einem verstopften Partikelfilter

  • Kann man mit einem verstopften Rußpartikelfilter weiterfahren? Es wird dringend davon abgeraten, mit einem verstopften DPF weiterzufahren. Der entstehende Überdruck im Auspuffsystem kann zu Folgeschäden am Motor und am Abgassystem führen.

Anzeichen eines vollen Partikelfilters

  • Wie merkt man, dass der Partikelfilter voll ist? Ein voller DPF führt zu weniger Motorleistung, erhöhtem Kraftstoffverbrauch, steigender Motortemperatur, Veränderungen des Motorenöls und potenziell zu schwerwiegenden Schäden.
  • Welche Drehzahl zum Freibrennen? Für die Regeneration des Filters reicht eine Fahrt von ca. 15 Minuten bei Geschwindigkeiten über 60 km/h und einer Drehzahl von mehr als 2.000 U/min oder die weiter oben erwähnte Variante mit der Autobahn.

Lebensdauer und Wartung

  • Wie lange hält ein Partikelfilter bei Kurzstrecke? Die Lebensdauer eines DPF kann bei häufigen Kurzstreckenfahrten reduziert sein. Die Wartungsintervalle variieren je nach Modell zwischen 120.000 und 180.000 Kilometern.
  • Wie lange hält ein gereinigter Partikelfilter? Die Lebensdauer eines gereinigten Partikelfilters hängt von der Reinigungsmethode und dem Fahrverhalten ab. Regelmäßige Wartung und korrekte Reinigung können die Lebensdauer deutlich verlängern.

Selber den Partikelfilter reinigen? Wir wissen, wie es geht!

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Über Thomas Wachsmuth

Thomas Wachsmuth - Seit 2013 ist er ein integraler Bestandteil von tuningblog.eu. Seine Leidenschaft für Autos ist so intensiv, dass er jeden verfügbaren Cent darin investiert. Während er von einem BMW E31 850CSI und einem Hennessey 6x6 Ford F-150 träumt, fährt er aktuell einen eher unauffälligen BMW 540i (G31/LCI). Seine Sammlung an Büchern, Heften und Prospekten zum Thema Autotuning hat mittlerweile solche Ausmaße erreicht, dass er selbst zu einem wandelnden Nachschlagewerk der Tuningszene geworden ist.  Mehr über Thomas

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