Wiedergeburt des BMW 2002 turbo? Der Alpina B6 2.8!

Der erste „ECHTE“ Alpina, der B6 2.8, erblickte im November 1978 das Licht der Welt und stellte gewissermaßen den Nachfolger des aufregenden BMW 2002 turbo dar, da BMW selbst zu diesem Zeitpunkt kein entsprechend kraftvolles Modell in der E21-Palette führte. Statt jedoch auf Turbo- oder Kompressor-Aufladung zu setzen, entschieden sich die Ingenieure bei Alpina, den kräftigen 2,8-Liter-Sechszylinder-Motor (M30B28) aus dem E23 728i oder E24 628i in den E21 zu integrieren, der in den Modellen bereits für einen souveränen Antrieb sorgte. Doch der kleine E21 war nicht nur deutlich leichter als die größeren Geschwister, Alpina verfeinerte den Motor auch erheblich: sowohl Zylinderkopf als auch der Block wurden modifiziert und geschmiedete Mahle-Kolben fanden ihren Weg in den Motor.

Der Alpina B6 2.8

Der B6 2.8 ging ferner als erstes Serienauto mit einer voll elektronischen Zündanlage (kontaktlose Hartig-Computer-Zündanlage mit Hochspannungsverteilung) in die Geschichte ein. Ferner war er mit einer elektronischen Pierburg/Zenith-DL-Kraftstoffeinspritzung ausgestattet, so dass der freisaugende Reihensechser von 1978-1981 beachtliche 200 PS und 248 Nm entwickelte. Eine leistungsgesteigerte Version mit Bosch L-Jetronic und AFT-Zündung brachte es ab 1981 sogar auf 218 PS und 265 Nm, die über ein für Alpina überarbeitetes Getrag 245-5-Gang-Schaltgetriebe auf die Straße gebracht wurden.

Dank der beeindruckenden Performance war der B6 2.8 seinerzeit stärker motorisiert als die (deutlich neuere) Tourenwagen-Ikone E30 M3 und selbst die „kleine“ 200-PS-Version erzielte auf dem Hockenheimring schnellere Zeiten als der 240 PS starke Porsche-Sportwagen 928. Im Hinblick auf das Fahrwerk verpasste Alpina dem B6 2.8 übrigens Bilstein-Gasdruckstoßdämpfer, straffe Ahle-Federn und dicke Stabilisatoren für eine beeindruckende Straßenlage. Die klassischen Alpina-20-Speichen-Felgen hatten das Format 6×15 sowie 7×15 Zoll und wurden mit 195/50er und 205/50er Reifen kombiniert.

Nr. 051/533: Ein Stück Alpina-Geschichte

Das hier vorgestellte Exemplar des B6 2.8 trägt die Produktionsnummer 51 und wurde im Dezember des vergangenen Jahres als Teil der „Youngtimer Collection“ des international renommierten Auktionshauses RM Sotheby’s in Miami Beach/Florida versteigert. Die niedrige Seriennummer weist darauf hin, dass es sich um einen „frühen“ B6 2.8 handelt, der im Juni 1979 gefertigt wurde. Ursprünglich war die Sportlimousine in der Farbe Polaris (060) lackiert, bevor sie durch die in Triesen/Liechtenstein ansässige Max Heidegger AG – damals wie heute offizieller Alpina-Importeur für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein – an ihren ersten Kunden ausgeliefert wurde. Die historische Liste der Sonderausstattungen enthält Extras wie Servolenkung, elektrisch verstellbare Außenspiegel, ein mechanisch betätigtes Stahlkurbel-Hebedach und ein 25-Prozent-Sperrdifferenzial.

Es ist ungewiss, ob die charakteristische Innenausstattung von Alpina, bestehend aus blau/grün gestreiften Recaro-Sportsitzen, einem vierspeichigen Momo-Sportlenkrad, einem hölzernen Schaltknauf und Zusatzinstrumenten am unteren Ende der Mittelkonsole, im Originalzustand erhalten geblieben ist oder ob sie zwischenzeitlich restauriert wurde. Sicher ist jedoch, dass die Velours-Sitze angesichts einer auf dem bis 260 km/h reichenden Tacho abgelesenen Kilometerleistung von gut 154.000 km ohne zwischenzeitliche Aufarbeitung in einem erstaunlich guten Zustand wären.

Vom Polaris zum Zypressengrün

Im Laufe der Geschichte wechselte der Alpina seinen Farbton zu Zypressengrün metallic, eine Farbe, die dem B6 2.8 hervorragend zu Gesicht steht. Erste Aufzeichnungen zeigen, dass das Auto bis 1995 in Liechtenstein blieb, bevor es bis 1999 im schweizerischen Kanton Bern beheimatet war. Ein weiterer Eintrag in der Fahrzeughistorie weist darauf hin, dass der „B6-051“ im November 2011 in den Niederlanden zugelassen wurde. Ab 2020 hatte der Alpina seinen Wohnort in Dubai, wo er zusammen mit anderen Klassikern in einer gut sortierten Automobilsammlung untergebracht war. Das schöne Exemplar fand bei der Auktion hohe Anerkennung und erzielte einen stolzen Preis: Erst bei 67.200 US-Dollar, nach aktuellem Wechselkurs also rund 61.000 Euro, fiel der Hammer.

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Bildnachweis: RM Sotheby’s in Miami Beach/Florida
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geschrieben von
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