Freitag , 23. Februar 2024
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Reifen schnell selbst wechseln: so gehts!

Lesezeit 5 Min.

Reifen schnell selbst wechseln: so gehts!

Jeder Autofahrer weiß: Im Frühjahr und Herbst steht der Räderwechsel auf dem Plan. Im folgenden Text erhalten Sie wichtige Infos sowie Tipps für den anstehenden Räderwechsel. 1. Überprüfen Sie bereits verwendete Reifen auf Defekte, 2. Zum Wechsel eignet sich besonders ein stabiler Hydraulikwagenheber, 3. Im Anschluss des Wechsels unbedingt den Luftdruck prüfen!

Die Vorbereitung: Was benötigen Sie?

Reifen schnell selbst wechseln: so gehts!

Wenn Sie den Räderwechsel in Eigenregie durchführen möchten, sollten Sie zunächst das benötigte Werkzeug bereitstellen. Wichtig sind ein stabiler Wagenheber, Unterstellböcke, Radkreuz, Drahtbürste, Aufbewahrungsbox für Schrauben und ein Drehmomentschlüssel. Falls Ihr Fahrzeug über ein Felgenschloss verfügt, benötigen Sie den dafür passenden Schlüssel. Möchten Sie von Stahl- auf Leichtmetallräder wechseln, benötigen Sie oftmals verschiedene Radschrauben oder -muttern. Dies gilt auch für Felgenschlösser. Liegen alle notwendigen Teile bereit? Dann sind Sie starklar für den Räderwechsel.

Überprüfung: Radschrauben & Reifen

Die verwendeten Radschrauben oder -muttern müssen vor der Verwendung auf Beschädigungen überprüft werden. Gewinde, Auflageflächen und Schraubverbindungen müssen sauber und frei von Rost sein. Zum Entfernen von Verschmutzungen und leichtem Rost eignet sich eine Drahtbürste. Auf keinen Fall dürfen die Gewinde geschmiert werden. Besondere Vorsicht gilt bei bereits verwendeten Reifen. Diese sollten sorgfältig auf Beschädigungen überprüft werden. Auch sollte die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm eingehalten werden. Allerdings empfehlen wir für Winterräder mindestens 4 mm und für Sommerräder 3 mm Restprofil.

Reifen schnell selbst wechseln: so gehts!

Der Radwechsel Schritt für Schritt

  1. Das Fahrzeug durch Anziehen der Handbremse und Einlegen des ersten Gangs gegen Wegrollen sichern. Bei Automatik-Fahrzeugen den Wählhebel in Position „P“ bringen.
  2. Vorhandene Radkappen abziehen. Die Radschrauben oder -muttern zunächst ca. eine viertel Umdrehung lösen.
  3. Der Wagenheber muss an der korrekten Stelle des Unterbodens angesetzt werden. Beachten Sie hierbei unbedingt die Sicherheitshinweise der Betriebsanleitung des Fahrzeugs.
  4. Das Fahrzeug wird auf Montagehöhe gebracht.
  5. Die Radschrauben können ganz herausgeschraubt werden.
  6. Das Rad herunternehmen und unter das Fahrzeug legen. Achtung: Leichtmetallräder sitzen häufig sehr fest auf den Stahlnaben.
  7. Bei bereits verwendeten Rädern empfiehlt es sich, die Räder der Vorderachse auf der Hinterachse anzubringen. Die Räder der Hinterachse werden vorn angebracht um eine gleichmäßige Abnutzung des Profils zu erreichen.
  8. Achtung: Reifen können laufrichtungsgebunden sein. Die Rotationsrichtung wird durch einen Pfeil an der Reifenflanke verdeutlicht. Diese Räder dürfen ausschließlich in der angezeigten Richtung montiert werden, daher ist ein diagonaler Tausch nicht möglich.
  9. Die Radauflageflächen müssen vor dem Aufstecken des neuen Rades gereinigt werden. Die Bremsscheiben und -beläge zudem unbedingt kontrollieren.
  10. Das neue Rad aufsetzen und die Radschrauben mit dem Radkreuz handfest anschrauben.
  11. Das abgenommene Rad unter dem Fahrzeug entfernen.
  12. Das Fahrzeug so weit ablassen, bis der Reifen gerade auf dem Boden steht.
  13. Die Radschrauben werden über Kreuz angezogen. Dabei unbedingt auf das vorgeschriebene Drehmoment achten. Achtung: Noträder verfügen meist über besondere Anzugsdrehmomente.
  14. Die demontierten Räder auf der Lauffläche kennzeichnen, z.B. mit Wachskreide („VL“ für „vorne links“, „HR“ für „hinten rechts“ usw.).
  15. Das verwendete Werkzeug und die alten Räder verstauen.
  16. Die Räder korrekt lagern.

Nachbereitung: Überprüfung des Luftdrucks!

Reifen schnell selbst wechseln: so gehts!

Direkt nach dem Räderwechsel sollte sofort eine Kontrolle und eventuelle Anpassung vom Reifenluftdruck vorgenommen werden. Außerdem müssen nach ca. 50 km die Radschrauben erneut geprüft und gegebenenfalls noch einmal nachgezogen werden. Um eine gleichmäßige Abnutzung aller vier Räder zu erreichen sollten nach 8.000 bis 10.000 km die Räder achsweise getauscht werden, also das vordere rechte Rad nach hinten rechts und das vordere linke Rad nach hinten links. Sollten die Reifen unterschiedliche Profiltiefen haben, so werden die Reifen mit der größeren Profiltiefe immer an die Hinterachse gesetzt. Ein achsweiser Reifenwechsel ist jedoch nur bei Fahrzeugen möglich, die nicht mit einer Mischbereifung (unterschiedliche Reifengrößen), z.B. bei Verwendung eines Sportfahrwerkes ausgestattet sind. In diesem Fall bitte die Betriebsanleitung des Fahrzeugs genau beachten.

Den Räderwechsel in der Werkstatt durchführen lassen

Sofern Sie nicht über die notwendige Erfahrung für den Räderwechsel verfügen, sollte dieser in jedem Falle von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden. Besonders bei großen, schweren SUV-Rädern ist der Gang in die Fachwerkstatt sinnvoll. Auch bei Fahrzeugen, die mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sind, ist der Räderwechsel unter Umständen komplizierter. Seit 2014 müssen alle Neuwagen mit solchen Systemen ausgestattet sein. Sie schlagen Alarm, wenn sich der Druck oder die Größe des Reifens verändert. Es gibt zwei Arten dieser Systeme. Die indirekt messenden Systeme messen die Abrollbewegungen der Räder. Nach einem Räderwechsel muss hier lediglich bei der ersten Fahrt das System per Knopfdruck neu kalibriert werden. Bei direkt messenden Systemen messen Sensoren im Reifen den Druck und senden die Ergebnisse an ein Steuergerät im Fahrzeug. Jeder Sensor muss mittels Spezialgerät neu mit dem Steuergerät verbunden werden. In diesem Fall muss der Räderwechsel in einer Reifen- oder Fachwerkstatt erfolgen.

Der folgende Hinweis ist unverzichtbar: tuningblog empfiehlt aus Sicherheitsgründen, alle Reparatur, Inspektions – und Wartungsarbeiten ausschließlich in einer Fachwerkstatt durchführen zu lassen! Zwar sind unsere Informationen nach bestem Wissen und Gewissen zusammengefasst, jedoch können wir keinerlei Haftung für die Inhalte übernehmen. Alle Angaben sind deshalb „ohne Gewähr“.

Das war es natürlich längst noch nicht gewesen!

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Über Thomas Wachsmuth

Thomas Wachsmuth - Seit 2013 ist er ein integraler Bestandteil von tuningblog.eu. Seine Leidenschaft für Autos ist so intensiv, dass er jeden verfügbaren Cent darin investiert. Während er von einem BMW E31 850CSI und einem Hennessey 6x6 Ford F-150 träumt, fährt er aktuell einen eher unauffälligen BMW 540i (G31/LCI). Seine Sammlung an Büchern, Heften und Prospekten zum Thema Autotuning hat mittlerweile solche Ausmaße erreicht, dass er selbst zu einem wandelnden Nachschlagewerk der Tuningszene geworden ist.  Mehr über Thomas

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