650 PS & Fake-8-Gang-DCT: der Hyundai Ioniq 5 N (2023)

Elektroautos, die die Energie mit brachialer Gewalt entfesseln, sind keine Neuheit mehr. Es ist ein Kick, wenn du das Pedal durchtrittst und in weniger als drei Sekunden 100 km/h erreicht hast – aber nach dem zehnten Mal stellst du fest, dass trotz des atemberaubenden Antriebs etwas fehlt. Die Emotion! Hyundai nimmt sich der Herausforderung an und stellt die Regeln auf den Kopf. Mit dem neuen Hyundai Ioniq 5 N, wird das Konzept des „emotionlosen“ Elektroautos neu definiert. Der elektrische N-Neuzugang soll dabei nicht nur als Leuchtfeuer für die Performance-Marke dienen, sondern auch den eingefleischtesten Benzinliebhaber davon überzeugen, dass Elektroautos emotionale Erlebnisse bieten können. Eine schwere Last für ein einziges Auto, doch der Ioniq 5 N scheint bereit zu sein.

Hyundai Ioniq 5 N (2023)

Der Ioniq 5 N wird in zehn verschiedenen Farben erhältlich sein, aber die wahre Besonderheit ist wohl das exklusive „Performance Blue“ in glänzend und matt, das durch den Kontrast von „Luminous Orange Matte“ zum Leben erweckt wird. Neben der Farbauswahl hat Hyundai dem N-Modell einen flügelartigen Heckspoiler, einen Diffusor und neu gestaltete Stoßfänger verpasst, die das Fahrzeug vorn um 25 und hinten um 55 Millimeter verlängern. Mit neuen Vorder- und Hinterradaufhängungen sitzt der Ioniq 5 N zudem tiefer, und in den Radkästen tummeln sich 21-Zoll-Felgen, die die riesigen Scheiben der Hochleistungsbremsanlage (400 mm vorn, 360 mm hinten) kaum verbergen können.

Mit 20 mm mehr Spurweite vorn und hinten ist das Auto definitiv ein Hingucker. Um frische Luft zu den Bremsen, dem Motor und der Batterie zu lenken, verfügt die N-Maske über ein funktionelles Netz sowie einen Air Curtain und drei aktive Air Flaps. Während dies den 5 N nicht gerade windschnittiger macht, war das für Hyundai während der Entwicklung nicht von besonderer Bedeutung. Wichtiger waren ein guter Abtrieb und eine effiziente Wärmeableitung. Daher liegt der cW-Wert nun bei eher enttäuschenden 0,31 – im Vergleich zum normalen Ioniq 5, der immerhin auf 0,29 kommt.

Rennschalensitze und ein Fokus auf Performance!

Während der 5 N also nicht unbedingt für seine Windschnittigkeit bekannt ist, macht er das durch seine Performance wieder wett. Und im Inneren findet man neben den zwei bekannten 12,3-Zoll-Displays auf dem Armaturenbrett sportliche Rennschalensitze für ein authentisches Renngefühl, ein speziell für das N-Modell entwickeltes Lenkrad mit vier dedizierten Knöpfen zur Steuerung der verschiedenen Fahrmodi und eine feststehende Mittelkonsole. Die Sitze sind mit einem modernen Pixelmuster bezogen und in zwei Materialoptionen erhältlich: Stoff und Leder. Und ein interessantes Feature ist der etwas kleinere Kofferraum, der jetzt nur noch 480 Liter fasst, und das aus gutem Grund.

Der Hyundai Ioniq 5 N basiert auf der E-GMP Plattform, die jedoch weiter optimiert wurde, um eine größere Leistung, mehr Drehmoment und ein reaktionsschnelleres Fahrverhalten zu ermöglichen. Allerdings musste dabei das Kofferraumvolumen leiden. Um die Stabilität zu erhöhen, wurden zusätzliche Karosserie- und Chassisverstärkungen sowie 42 zusätzliche Schweißpunkte und 2,1 Meter zusätzlicher Strukturklebstoff hinzugefügt. Motor- und Batteriehalterungen wurden verstärkt und die vorderen und hinteren Hilfsrahmen verbessert, um die Seitenstabilität zu erhöhen. Inspiriert von der Rallye-Weltmeisterschaft, wurden sogar integrierte Antriebsachsen (IDA) sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterachse verwendet und verstärkt, um ein höheres Drehmoment des Elektromotors zu erzielen und gleichzeitig die ungefederte Last zu verringern.

Rallye-inspirierte Verbesserungen und 650 PS

Jetzt aber zu den beeindruckenden Leistungsdaten: Während das 800-Volt-System unverändert bleibt, bieten die größeren Elektromotoren an der Vorder- und Hinterachse eine beeindruckende Gesamtleistung von 650 PS (478 kW) und ein maximales Drehmoment von 770 Nm. Der Antrieb wird durch eine neue 84-kWh-Batterie mit höherer Energiedichte gespeist, die den gleichen Platz einnimmt wie der bekannte 77,4-kWh-Akku. Das Ergebnis? Eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,4 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 258 km/h (obwohl dieser Wert noch nicht final ist, da der Homologationsprozess noch läuft).

Leider können wir noch keine genauen Angaben zur WLTP-Reichweite oder dem Verbrauch machen. Zusammengefasst ist der Hyundai Ioniq 5 N aber definitiv mit einer ganzen Fülle von Software, Systemen und Funktionen ausgestattet. Besonders hervorzuheben ist der N Drift Optimizer, der das Übersteuern vereinfacht und mittels der Torque Kick Drift-Funktion das Gefühl eines Kupplungskicks von Hinterradantriebs-Verbrennern nachahmt. Und ebenfalls bekannt ist die aktive Drehmomentverteilung, die in 11 Stufen angepasst werden kann.

Elektronische Meisterleistungen und eindrucksvolle Simulationen

Mit einem elektronischen Sperrdifferential (e-LSD) lenkt der 5 N die Energie auf die Hinterreifen, optimiert das Handling bei hohen Geschwindigkeiten und balanciert den Schlupf aus. Dazu gesellen sich zusätzliche Radsensoren und breitere Dämpfermöglichkeiten mit vergrößerten Dämpfern, deren Steifigkeit elektronisch angepasst werden kann, um den Leistungsumfang der elektronischen Federung zu erweitern. Jetzt aber zum wirklich abgefahrenen Kram, den Hyundai als N e-shift und N Active Sound bezeichnet.

N e-shift imitiert das Fahrgefühl des 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebes der Verbrenner N-Modelle, indem es die Drehmomentleistung des Motors reguliert und das Rucken zwischen den Gangwechseln simuliert. Es simuliert sogar den Schub eines DCT-Getriebes sowie verschiedene Stufen simulierter Motorbremswirkung. Hinzu kommt der N Active Sound, der zwar drei verschiedene Geräusche erzeugen kann und mit „Ignition“ das Sounderlebnis eines N-Verbrenners samt Auspuffgeräusche über acht interne und zwei externe Lautsprecher imitiert.

Vom Rennstart bis zur Batterievorkonditionierung

Mit der N Launch Control ist zudem maximale Traktion für einen blitzschnellen Rennstart garantiert. Und über N Race lässt sich die Energienutzung auf der Rennstrecke optimieren. Der „Sprint„-Modus legt den Fokus auf die Kühlung für längere Sessions auf der Piste. Der „Endurance„-Modus verlängert die Reichweite, indem er die Leistung auf der Rennstrecke drosselt und so den Temperaturanstieg verlangsamt. Und für die Extra-Portion Individualisierbarkeit gibt es noch die N Batterievorkonditionierung. Normalerweise wird diese Funktion verwendet, um den Akku optimal für schnelles Aufladen vorzubereiten.

Im Ioniq 5 N wird sie jedoch für einen Drag- und einen Track-Modus modifiziert. So kann entweder die optimale Batterietemperatur für kurze Leistungsspitzen (30 bis 40 Grad) erreicht werden, oder die Batterietemperatur wird für längere Sessions auf der Rennstrecke optimiert (20 bis 30 Grad). Die genauen Verfügbarkeitsdetails sind aktuell aber noch ein wenig unsicher, doch Hyundai plant, den Wagen Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals 2024 in Europa auf den Markt zu bringen. Preislich wird es wohl ähnlich ungewiss aussehen. Wir schätzen jedoch, dass der Startpreis zwischen 73.000 und 82.000 EUR liegen könnte.

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Bildnachweis: Hyundai
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geschrieben von
mehr von Thomas Wachsmuth
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